Electronic Arts startet das Programm EA Advertising. Darüber soll “nicht störende” Werbung direkt ins Spiel implementiert werden, ohne zu irritieren oder unnatürlich zu wirken. Bisher wird vor allem über EA Sports gesprochen, doch theoretisch kann das System in allen EA-Titeln Anwendung finden. In der Videospielbranche ist In-Game-Werbung ein umstrittenes Thema.

Wie will EA die Werbung ins Gameplay integrieren?

Videospiele bieten einen wundervollen Einblick in eine andere Welt, egal ob als Rennfahrer, Drachenjäger, Befehlshaber über riesige Armeen oder einfacher Farmer, der nur in Ruhe seine Karotten verkaufen will und mit den anderen Leuten aus dem Dorf abhängt. Sie bieten die Möglichkeit, dem hektischen Alltag zu entfliehen und der ständigen Flut aus Neuigkeiten, persönlichen Sorgen und Verpflichtungen sowie der allgegenwärtigen Werbung zu entgehen. Gott sei Dank kann sich das nun mit EA Advertising ändern (via Video Games Chronicle).

Wir haben doch alle nur darauf gewartet, dass auch die Werbung aus dem Alltag Einzug in unsere Videospiele hält. EA Advertising plant genau das und ermöglicht es Firmen, ihre Werbung “direkt in das Gameplay zu integrieren, durch dynamische Echtzeit-Platzierungen, die von Stadionbanden bis hin zu maßgeschneiderten In-Game-Inhalten reichen und darauf ausgelegt sind, das Spielerlebnis zu bereichern, statt es zu stören.”

Geplant ist, “Markenkooperationen und Gameplay-Integrationen” anzubieten, was über schlichte Werbetafeln hinausgeht. Stattdessen sind auch “In-Game-Herausforderungen, belohnungsbasierte Ziele und Markeninhalte” möglich, also sogar kleine Nebenquests für Skins oder ähnliches.

Zunächst Fokus auf EA Sports

Hervorgehoben wird dabei vor allem EA Sports, was auch noch am logischsten erscheint. Dafür hat EA auch einen “eigenen Ad-Server und ein SDK” als Teil der Frostbite-Engine zur Verfügung gestellt, der Werbetreibenden ermöglicht, auf “datenschutzkonforme Weise” mit EA zusammenzuarbeiten. Das soll helfen, “das Targeting zu optimieren und tiefere Einblicke in Kampagnen zu gewinnen”.

Unter anderem Visa, Red Bull und Mountain Dew gehören zu den bereits etablierten Partnern der EA Sports-Reihe. Was bei einem Fifa-Spielen und Co. sicherlich irgendwie machbar erscheint, wird schon bald ein kleiner Fiebertraum, wenn man sich anschaut, was alles zu EA gehört.

Neben Battlefield, der Star Wars Jedi-Reihe und Sims fungiert EA für viele bekannte Spiele und Franchises als Publisher. Bisher wird zwar vor allem von EA Sports gesprochen, doch sollte das Modell funktionieren, könnte es sicherlich noch ausgeweitet werden.

Warum ist In-Game-Werbung so umstritten?

“Spieler kommen jeden Tag zu den Spielen und Live-Erlebnissen von EA, um zu spielen, zuzusehen, zu kreieren und Kontakte zu knüpfen”, meint David Tinson, EAs Chief Experiences Officer, in einem Statement.

“Das gibt Marken eine sinnvolle Möglichkeit, sich auf eine Weise zu präsentieren, die Mehrwert schafft und das Spielerlebnis respektiert, während gleichzeitig die Authentizität in den Welten, die unsere Teams erschaffen, gewahrt bleibt. Mit EA Advertising helfen wir Marken dabei, Teil dieser Momente zu werden, und zwar auf eine Art und Weise, die relevant und für Spieler geeignet ist.”

Ich lehne mich nicht aus dem Fenster, wenn ich sage, dass das keine allgemeingültige Meinung in der Gaming-Welt ist. Take-Two-Chef Strauss Zelnick äußerte sich erst vor kurzem kritisch über In-Game-Werbung in Videospielen. In GTA 6 müssen wir nicht mit echtem Product Placement oder Werbung rechnen. Es ist in jedem Fall ein umstrittenes Thema. Welche Ausmaße EA Advertising ausnimmt, bleibt abzuwarten.