Wenn wir heute an Donkey Kong denken, haben wir ein Bild vor Augen, das primär durch die neueren Spiele wie auch durch den Super-Mario-Bros-Film von 2023 geprägt ist. Am Anfang sah der beliebte König des Dschungels aber noch ein wenig anders aus und warf primär mit Fässern um sich – und heute feiert er seinen 45. Geburtstag.

Im Jahr 1981, als in den Spielhallen Weltraum-Shooter und abstrakte Labyrinthe dominierten, wagte Nintendo mit Donkey Kong etwas Neues. Mit dem beliebten Titel definierte der japanische Konzern das Prinzip des frühen Jump ’n’ Runs und zeigte der Welt, dass Videospiele mehr sein können als reine Highscore-Jagden – sie können durch Leveldesign echte, charaktergetriebene Geschichten erzählen.

Donkey Kong markiert dabei nicht nur das Debüt des Affen, es steht auch stellvertretend für den Durchbruch von Entwicklerlegende Shigeru Miyamoto. Seine Vision war, dass ihr damals als "Jumpman" – aus dem schließlich Mario wurde – auf eine Mission geht, um eine junge Pauline – aka "Lady" – aus den Klauen eures Fässer werfenden Gegners zu befreien. Über vier Bildschirme hinweg lockte der Automat begeisterte Fans vor den Bildschirm und bot mehr spielerische Tiefe als andere Titel der damaligen Zeit.

Wie Jumpman zu Mario wurde

Ursprünglich hieß der kletternde Held schlicht "Jumpman". Den Namen Mario erhielt er erst kurz vor dem US-Release. Er ist eine Hommage an den italo-amerikanischen Vermieter Mario Segale, der damals wütend in Nintendos Lagerhalle platzte, um die überfällige Miete einzutreiben.

Wirtschaftliche Rettung und die Entstehung als Umrüst-Kit

Hinter dem Spiel stand jedoch nicht eine zufällige Idee, die einfach so geboren wurde, sondern vielmehr geschäftliche Verzweiflung. Nach dem Flop des Shooters Radar Scope, stand Nintendos amerikanische Niederlassung 1980 kurz vor dem Ruin. Miyamoto sollte daraufhin ein Konzept entwerfen, das als simples Software-Umrüst-Kit in die ungenutzten Hardware-Automaten geflasht werden konnte. Das ist ihm zweifellos gelungen und Donkey Kong wurde zum absoluten Hit, der dem Unternehmen Hunderte Millionen Dollar einbrachte und Nintendo of America vor dem Aus bewahrte.

Das Desaster um Radar Scope

Nintendo of America saß 1980 auf tausenden unverkauften Radar-Scope-Automaten. Die Lagerkosten drohten das Unternehmen in den Bankrott zu treiben. Miyamotos brillanter Schachzug bestand darin, die ungenutzte Hardware einfach mit dem neuen Donkey-Kong-Code zu überschreiben.

Obwohl das eigentliche Spieldesign von Miyamoto stammte, übernahm die externe Entwicklerfirma Ikegami Tsushinki die Programmierung des Codes. Aus dieser Zusammenarbeit resultierte später ein Rechtsstreit, da Nintendo ohne Zustimmung von Ikegami Tsushinki weitere Arcade-Boards erschuf. Letztlich einigen sich beide Unternehmen außergerichtlich mit einer unbekannten Summe.

Nintendo hängt das nicht gerne an die große Glocke, doch es ist ein Teil der Geschichte dieses Arcade-Hits, der dabei half, aus einem strauchelnden Spielkarten- und Spielzeugunternehmen einen Giganten der Videospielbranche zu machen.