Deutet der Energiesparmodus für PS5 und PS5 Pro einen Handheld an? Das sagt Digital Foundry dazu
Sony hat kürzlich einen neuen "Power Saver"-Modus für PlayStation 5-Spiele eingeführt, der unter anderem in Titeln wie Demon’s Souls und Days Gone Remastered zum Einsatz kommt.
Offiziell wird diese Maßnahme als Teil von Sonys Bestrebungen beworben, die Treibhausgasemissionen bis 2050 zu reduzieren. Abseits dessen ist der Modus jedoch besonders interessant, da er hypothetisch einen ersten Einblick geben könnte, wie PS5-Spiele auf einem zukünftigen tragbaren PlayStation-System laufen würden, das ein deutlich reduziertes Leistungsprofil erfordert. Entwickler müssen diesen Stromsparmodus Titel für Titel implementieren, und er wird in der Entwicklungsumgebung effektiv als drittes Gerät in der Hierarchie neben der Basis-PS5 und der PS5 Pro (Codename Trinity) behandelt.
Eine Andeutung, aber kein handfester Hinweis
Um die Energieaufnahme drastisch zu senken, drosselt der Power Saver-Modus die bestehende PS5-Hardware demnach in mehrfacher Hinsicht. Die CPU-Nutzung ist auf acht Threads begrenzt, was im Vergleich zu den üblichen 16 Threads effektiv einem Wechsel von einem 8-Kern/16-Thread-Setup zu einem 4-Kern/8-Thread-Setup entspricht – eine Konfiguration, die mit den geleakten Spezifikationen des PlayStation-Handhelds übereinstimmt.
Des Weiteren wird der GDDR6-Speicher auf die Hälfte der Geschwindigkeit und damit auf die Hälfte der Bandbreite heruntergetaktet, was Entwickler vor große Herausforderungen stellt. Auch die Taktraten werden reduziert, wobei die GPU auf der von Sony als "Basisfrequenz" bezeichneten Rate läuft. Zusätzliche Einschränkungen umfassen die Begrenzung auf 36 Compute Units (relevant für die PS5 Pro, die 60 besitzt), den Wegfall von PSSR-Funktionen und VR-Unterstützung sowie eine Reduzierung der 3D-Audio-Verarbeitung auf 75 % der Kapazität.
PS5 'Power Saver' Mode Tested: A Green Initiative, Next-Gen Handheld Teaser Or Both? Auf YouTube ansehenDie Implementierung des Modus variiert laut Digital Foundry je nach Entwicklerphilosophie, wie die Tests mit Demon’s Souls und Days Gone Remastered zeigen. Im Falle von Demon’s Souls wurde ein simpler Ansatz gewählt: Die ursprünglichen Performance- und Quality-Modi werden durch eine einzige "Power Saver"-Option ersetzt. Diese Option repliziert den früheren Performance-Modus (1440p-Auflösung), halbiert jedoch die Bildrate von 60fps auf 30fps, um die halbierte Speicherbandbreite zu kompensieren.
Die Spielbarkeit, einschließlich Physikmodell und Ladezeiten, bleibt dabei intakt. Die Leistungsaufnahme wird beeindruckend um 45 bis 50 % gesenkt, wodurch das Spiel im Stromsparmodus deutlich unter 100 Watt läuft, verglichen mit über 200 Watt im Standardbetrieb. Allerdings wurden unter starker Last (viele Gegner und Explosionen) leichte Performance-Einbrüche in den 20er-Bereich mit Tearing festgestellt.
Days Gone Remastered hingegen verfolgt den Technik-Experten zufolge einen granulareren und ambitionierteren Ansatz, indem es die vorhandenen Qualitäts- und Performance-Modi beibehält, aber die Auflösung aggressiv anpasst. Im Performance-Modus zielt das Spiel weiterhin auf 60fps ab, erreicht diese jedoch oft nicht und bewegt sich im Fenster von 50 bis 60fps, wobei es bei Horde-Szenarien auf bis zu 40 bis 45fps fallen kann.
Sony empfiehlt dringend die Unterstützung von VRR (Variable Refresh Rate), um diese Performance-Einbrüche abzufedern. Um die Leistungseinschränkungen zu bewältigen, wird die horizontale Pixelanzahl stark reduziert, und bei der Qualitätsstufe kommt eine aggressive dynamische Skalierung zum Einsatz. Zusätzlich wurden detailliertere Anpassungen vorgenommen, wie reduzierte LOD-Einstellungen für Bäume und Laub sowie eine reduzierte Ambient Occlusion. Die Leistungsaufnahme ist bei Days Gone Remastered höher als bei Demon’s Souls und liegt bei etwa 115 Watt, was im Verhältnis zum vollen Power-Modus aber immer noch eine große Einsparung darstellt.
Letztendlich dient der Power Saver-Modus auf jeden Fall Sonys Umweltzielen und bereitet gleichzeitig die Entwickler auf die wesentlichen Einschränkungen eines möglichen zukünftigen Handhelds vor, insbesondere im Hinblick auf die reduzierte CPU-Fähigkeit und die stark eingeschränkte Speicherbandbreite.
Ob PS5-Besitzer jedoch wirklich die Performanceeinbußen (wie das Spielen von Demon’s Souls bei 30fps mit Drops oder die reduzierte Bildqualität und Performance bei Days Gone) in Kauf nehmen, um geringfügige Kosten zu sparen, ist fraglich. Zudem zeigen die Tests von Digital Foundry, dass selbst die weniger fordernden Spiele im Power Saver-Modus bis zu 115 Watt ziehen, was für ein tragbares Gerät, das wahrscheinlich nur etwa 15 Watt verbrauchen dürfte, noch weitreichendere Optimierungen (z. B. niedrigere Zielauflösungen oder PSSR-Upscaling) erfordern würde.









