Crocs entdeckt Animal Crossing - Nach Minecraft und Pokémon geht es für die Plastiktreter jetzt auf die Insel
Crocs sind ein Phänomen, das sich nur schwer erklären lässt. Man nehme den traurigsten Modeartikel, den es auf der Welt gibt - die Plastiklatsche - und dann wird er zu einem Statement-Phänomen, das sich schon mal auf Laufstegen und Celebrity-Füßen wiederfindet. Ich muss nicht alles verstehen, was auf der Welt passiert, Crocs packe ich einfach mal in diese Kategorie und nehme zu Kenntnis, dass Plastiklatschen jetzt irgendwie sexy sind.
Dass jetzt Animal Crossing (Nintendo.com) sich zu diesem seit zwei Dekaden anhaltenden Trend verirrt, ist nicht weiter erstaunlich. Crocs X Minecraft war etwas, von dem 2023 erschüttert wurde, und Pokémon Crocs existieren seit letztem Jahr. Neben dem Design sind natürlich die Löcher auf der Oberfläche der Crocs ein idealer Ankerpunkt für Franchise-Maskottchen und das ist auch bei der neuen Animal Crossing Edition der Fall. Es gibt zum Start zwei Packs, jeweils mit drei Charakteren und zwei Accessoires. Die Charaktere sind Tina, Sina und Nina (Sable, Mable und Label) und im zweiten Pack Eugen, Eufemia und Johannes (Blathers, Celeste und Pascal). Einzeln werden dann noch Sophie, Huschke und Mimmi (Rosie, Marshal und Bunnie) verkauft.
1 of 4 Caption AttributionIch gebe zu, dass die Crocs selbst etwas ansprechender gestaltet sind als die Pokémon- oder Minecraft-Varianten. Mit dem Wasser als Sohle und dem Mintgrün der Insel müsste man mir immer noch Geld zahlen, damit ich sie anziehe, aber es wäre weniger als bei den anderen Crocs. Da die Welt aber so nicht funktioniert, seid ihr diejenigen welchen, die für das fragwürdige Vergnügen, ein paar glorifizierte Gartenschuhe tragen zu dürfen, zahlen müsst: Die Modelle für Erwachsene liegen bei 70 Dollar, die für Kinder bei 55 Dollar und aktuell scheint das etwa eins zu eins als Preis in Euro umgesetzt zu werden. Zumindest ist das etwa der Preis für Design-Crocs hierzulande.
Als Wertanlage enttäuschten die Gaming-Crocs bisher scheinbar. Wenn ich mich umgucke, dann werden die Minecraft-Crocs durchweg in Sonderangeboten verhökert – ich bleibe bei geschenkt ist noch zu teuer, sind die Dinger hässlich – und auch Pokémon macht keine großen Sprünge. Lediglich Gengar scheint ein wenig gefragter zu sein und wird niedrig dreistellig. Daher würde ich euch nicht raten, die Animal Crossing Crocs als Einstieg ins Scalper-Geschäft zu sehen, historisch ist bei Gaming-Badelatschen nicht viel zu holen. Wenn ihr allerdings bei MCM-Crocs eingestiegen seid… Wow, und ich dachte, die Minecrafts sehen fragwürdig aus. Mega Crush Gold Black ist ja noch mal eine ganz andere Liga. Preislich, aber auch dafür, sich selbst als eines der größeren Probleme des Kapitalismus zu inszenieren.









