“Die Nähe zu Oblivion hat uns nicht geschadet” – Clair Obscur schlägt sich auch gegen den Remaster-Riesen wacker und wird zum Überraschungserfolg des Jahres
Clair Obscur trotzt Oblivion Remastered. Trotz Zielgruppen-Überschneidung bleibt das JRPG ein Erfolg, Game Pass, Stil und Timing sei Dank.
Keine Angst vor Mehrunes Dagon
Nicht einmal der Shadowdrop von Oblivion Remastered konnte den Siegeszug von Clair Obscur: Expedition 33 stoppen oder gar verlangsamen. Dabei waren sich Fans und Entwickler Sandall Interactive zuvor unsicher, wie sich der bereits geleakte Release von Bethesdas Klassiker auswirken wird.
Der Senior Portfolio Director Matt Handrahan von Publisher Kepler zog Bilanz: “Die Nähe zu Oblivion hat uns anscheinend nicht geschadet.”
“Wir wussten immer, dass Expedition 33 eine ganz besondere Identität hat”, erklärte Handrahan in einem Interview mit The Game Business. “Als ich bei der Presse war, habe ich gesehen, dass westliche und japanische Rollenspiele ganz unterschiedliche Anreize und Zielgruppen haben. Ich kannte viele Leute, die ein Elder Scrolls-Spiel spielen würden, aber nicht unbedingt Final Fantasy und umgekehrt.”
“Außerdem hatten wir zu dem Zeitpunkt, als wir das Spiel auf den Markt brachten, eine eigene Dynamik, und wir waren ziemlich zuversichtlich, dass wir daneben bestehen konnten. Ich glaube, es gab noch andere Aspekte, wie den Preis und die Aufnahme in den Game Pass... Wir wussten also, dass das Spiel auf großes Interesse stoßen würde. Da waren wir zuversichtlich. Und es lief so gut, wie es in unseren Augen nur möglich war. Und die Nähe zu Oblivion hat uns anscheinend überhaupt nicht geschadet. In vielerlei Hinsicht glaube ich, dass es in dieser Woche einfach die Aufmerksamkeit auf hochwertige Rollenspiele gelenkt hat und jeder über das Genre nachgedacht und gesprochen hat.”
Statt sich also gegenseitig den Wind aus den Segeln zu nehmen, scheinen sich beide Spiele beflügelt zu haben. Oder zumindest Clair Obscur. Es ist bereits jetzt eines der besten Spiele des Jahres und selbst Frankreichs Präsident Macron gratulierte dem Studio zu seinem Erfolg.
Anfängliche Zweifel beim Publisher
Dabei war Publisher Kepler nicht von Anfang an von Clair Obscur überzeugt, sondern zunächst skeptisch, wie Handrahan berichtet. “Mein CEO, Alexis Garavaryan, hatte [in einer frühen Phase] den meisten Kontakt mit ihnen. Er sah das Potenzial des Projekts, war aber der Meinung, dass es noch einige Teile gab, die ein wenig mehr Arbeit benötigten. Also zog Sandfall los, erledigte diese Arbeit, kam zurück, und als wir es zum zweiten Mal sahen, war unsere Reaktion extrem, extrem schnell.”
Andere Publisher sollen gar keine Chance mehr gehabt haben, denn sobald sie Clair Obscur zugesagt haben, ließen sie es nicht mehr los.
“Wenn du ein Spiel findest, das dir gefällt, wenn du ein Spiel findest, das dich begeistert, dann musst du wirklich schnell handeln. Es gibt eine Menge guter Spiele, aber die wirklich bemerkenswerten Sachen kommen relativ selten.”
Tatsächlich gibt es jedoch Überschneidungen zwischen den Zielgruppen für Oblivion Remastered und Clair Obscur, wie Daten von Ampere zeigen. Durch den Xbox Games Pass sind beide Spiele auf dieser Konsole am stärksten vertreten und die Spielerschaft überschneidet sich zu 55%. Auf dem PC sind es noch 22% und auf der PlayStation noch 16%. Insgesamt betrachtet teilen sich die Titel 35% ihrer Spieler.









