City Flip Roma im Test: Kooperativer Städtebau der minimalistischen Art
Städtebauspiele gibt’s doch bereits wie Sand am Meer. Häufig sind sie groß, schwer und komplex. Ganz anders: Flip City Roma. Das Spiel kommt in einer ultrakompakten Schachtel daher. Das gesamte Stadtgebiet Roms wird auf gerade einmal fünfzig Spielkarten abgebildet. Mit dabei sind die zehn bedeutsamsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Touristen können sich vom Kolosseum bis hin zum sagenhaften Pantheon-Tempel auf einen spannenden Spaziergang durch das antike Rom begeben. Bleibt nur zu hoffen, dass sie sich dabei im Asphaltdschungel nicht verirren. Genau hier liegt eure Aufgabe. In kooperativer Zusammenarbeit kümmert ihr euch um eine angemessene Beschilderung, um den Besuchern eine gute Orientierung bieten zu können. Passt aber auf, dass ihr bei dieser Aufgabe nicht selbst den Überblick verliert.
Orientierungshilfen im römischen Labyrinth
Die Spielvorbereitungen sind in Flip City Roma schnell abgehandelt. 49 Stadtkarten werden in einem 7x7-Raster verdeckt ausgelegt. Die verbleibende Karte erhält die Startperson auf die Hand. Auf der Vorderseite dieser Karte seht ihr entweder eine dreiteilige Straßenverbindung mit einem Wegweiser oder eine vierteilige Straßenkreuzung mit einer der zehn Sehenswürdigkeiten. Diese Karte wird nun offen in die Auslage platziert, wo sie eine der verdeckten Karten ersetzt. Die entnommene Karte wandert auf die Hand und kann von der nächsten Person in der Reihenfolge auf die gleiche Art und Weise eingesetzt werden.
Damit die Partie nicht völlig vom Zufall dominiert wird, gibt es auf den Kartenrückseiten schon einen kleinen Hinweis auf den Inhalt der Vorderseite. Dort ist die Sehenswürdigkeit zu sehen, auf die sich die Karte bezieht. Zu jeder Stadtattraktion gibt es genau fünf Karten, vier Wegweiser und die Sehenswürdigkeit selbst. Mit diesem Wissen könnt ihr eure Taktik ganz gut vorplanen und seid nicht nur auf das Glück angewiesen. Eine gute Planung ist bei City Flip Roma auf jeden Fall dringend nötig, wenn ihr die Touristen am Ende nicht in die Irre führen wollt.
Das Kolosseum ist gut platziert, die Wegweiser deuten direkt auf die Sehenswürdigkeit. Wenn es doch nur immer so einfach wäre…Antike Bauwerke prägen das Stadtbild von Rom
Das zunächst noch verdeckte Stadtbild füllt sich so zunehmend mit Straßen und natürlich auch mit den Sehenswürdigkeiten. Welche Karte an welcher Position landet, das will natürlich gut überlegt sein. Nachdem die gesamte Stadt aufgedeckt wurde, müssen alle Schilder auf die dazugehörigen Sehenswürdigkeiten zeigen. Klingt erstmal gar nicht so kompliziert, in der Praxis erweist sich diese Mission aber doch als ziemlich knifflig. City Flip Roma fordert trotzdem sogar noch etwas mehr von euch. Zusätzlich muss jedes Schild über einen durchgängigen Straßenverlauf mit der passenden Attraktion im Stadtgebiet verbunden sein.
Es wird euch nicht immer gelingen, die zusammengehörigen Karten nahe beieinander zu halten. Doch solange die Straße, egal wie verschlungen die Pfade auch sein mögen, die Touristen zum richtigen Ort führen, ist alles im grünen Bereich. Doch habt ihr euch bei den Straßenanordnungen etwas verkalkuliert, dann enden die Wege möglicherweise in einer Sackgasse. Da ihr während der Partie immer an gleich zehn Beschilderungsprojekten gleichzeitig arbeitet, kann eine Fehlplanung schneller passieren, als man denkt. Als kleinen Ausgleich haben sich die Macher freundlicherweise eine Hilfsfunktion einfallen lassen, mit der etwaige Fehler wieder ausgebügelt werden können.
Sobald alle Wegweiser korrekt platziert werden konnte, macht ihr das mit dem kleinen Aufsteller auf der Sehenswürdigkeit deutlich.Rom im Zeichen des Wandels
Diese kommen in Form von insgesamt zwölf Stadtbaukarten ins Spiel. Insbesondere in den unteren Schwierigkeitsstufen erhaltet ihr bis zu zwei Karten als kleine Hilfestellung for free. Ihr dürft eine solche Karte ablegen, um eine bereits aufgedeckte Karte im Raster wieder auf die Rückseite zu wenden. Damit lassen sich Fehler bei der Planung wunderbar wieder beheben. Die falsch platzierte Karte lässt sich so wieder auf die Hand nehmen, um später an anderer Stelle im Raster wieder aufzutauchen. Allerdings haben die Stadtbaukarten auch noch eine zweite Funktion, mit der ihr den Schwierigkeitsgrad von City Flip Roma justieren könnt.
Jede Karte macht euch eine Vorgabe, wie das Stadtbild von Rom am Ende der Partie auszusehen hat. Mal dürft ihr in bestimmten Spalten keine Sehenswürdigkeiten platzieren, während in einer anderen Spalte gleich drei davon auftauchen sollen. Einige Karten fordern euch auf, eine bestimmte Attraktion in einer vorgegebenen Reihe oder Spalte zu verorten, oder wollen, dass Straßen aus den Rändern der Stadt hinausführen. Je mehr aktive Stadtbaukarten ihr hinzunehmt, desto komplexer gestaltet sich natürlich eure Aufgabe.
Optisch attraktiv sieht City Flip Roma nun wirklich nicht aus. Das Raster aus 7x7 Karten sieht doch ziemlich nach Asphaltwüste aus.In den meisten Fällen spielt ihr eine Partie City Flip Roma ziemlich flüssig runter. Viel mehr als eine Viertel-, maximal eine halbe Stunde, müsst ihr für einen Durchlauf nicht einplanen. Das Spiel ist ab sofort im Handel zum Preis von etwa 13–15 € zu bekommen.
City Flip Roma – Fazit
City Flip Roma gehört sicherlich nicht zur Gruppe der opulenten Städtebauspiele. Hier herrscht Minimalismus statt pompöser Materialschlacht. Auch hinsichtlich des Regelwerks haben sich die Macher auf das Allernotwendigste beschränkt. Eine einfache Grundidee wurde schnörkellos umgesetzt, sodass man praktisch direkt nach dem Auspacken mit der ersten Partie beginnen kann. So geschehen auch in unserer kleinen Spielrunde. Die Premiere haben wir dann auch gleich erst einmal kräftig in den Sand gesetzt. Welche Taktik wirklich erfolgversprechend ist, das haben wir leider erst nach einigen Anläufen entdeckt. Natürlich spielt Glückgöttin Fortuna eine nicht ganz unerhebliche Rolle, doch mit etwas Spielerfahrung und dem Einsatz von etwas Gehirnschmalz lassen sich die Siegchancen doch ziemlich stark verbessern. City Flip Roma ist ein grübellastiges Spiel, bei dem es gar nicht so leicht ist, noch den Gesamtüberblick zu behalten. Zehn Projekte werden gleichzeitig bearbeitet. Bei so einer Großaufgabe gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren. Und so ist es auch ein tolles Gefühl, wenn sich am Ende alles so wunderbar passend zusammenfügt. Mission completed! Erstmal entspannt zurücklehnen und den Erfolg genießen? Oder vielleicht doch lieber direkt den nächsten Schwierigkeitsgrad probieren? Da ein Durchlauf nur wenige Minuten dauert, reiht sich so oftmals schnell eine Partie an die andere. Insgesamt bietet City Flip Roma sechs Levels mit steigendem Anspruch. Das sollte reichen, um euch eine ganze Weile lang gut zu unterhalten.
City Flip Roma City Flip Roma PROCONTRA- kooperative Spielweise
- lässt sich prima auch solo spielen
- sechs Schwierigkeitsgrade sorgen für lange Motivation
- zugängliches Regelwerk
- Stadtbild ziemlich unübersichtlich
- wirkt insgesamt optisch sehr schlicht









