Rebel Wolves-Chef Konrad Tomaszkiewicz: Blood of Dawnwalker reist durch verschiedene Epochen
Es ist vielleicht das nächste Mass Effect. Ihr werdet eure Savegames aus The Blood of Dawnwalker in zukünftige Dawnwalker-Titel übertragen können. Das haben der Entwickler Rebel Wolves und der Publisher Bandai Namco jetzt bestätigt.
Ich habe diese Info in zwei Etappen erfahren. Zuerst sprach ich mit Konrad Tomaszkiewicz, dem Game Director von The Blood of Dawnwalker. Er erklärte mir, dass der "Saga"-Trailer vom Summer Game Fest eigentlich eine Post-Credits-Szene des kommenden Spiels ist. Zur Erinnerung: Darin liefert ein Bote in der Gegenwart eine Kiste mit Blutkonserven an einen kränkelnden Vampir.
Planungen für den gesamten Handlungszyklus und die Übernahme von Spielständen
"Als wir anfangs über The Blood of Dawnwalker sprachen, hatten wir direkt den gesamten Zyklus im Blick", verriet mir Tomaszkiewicz. "Wir haben gleich mehrere Spiele geplant, um genau die Geschichte zu erzählen, die uns vorschwebte. Wenn man weiß, was in den nächsten Spielen passieren soll und wohin die Reise geht, lässt sich die Story für das erste Spiel viel leichter planen. So können wir gezielt Ereignisse und Story-Elemente einbauen, die als Aufhänger für künftige Geschehnisse dienen."
The Dawnwalker Saga — A Glimpse Into The Future Dieser Gegenwarts-Trailer zu The Blood of Dawnwalker lief auf dem Summer Game Fest und versprüht krasse "Interview mit einem Vampir"-Vibes. Aber wer ist diese schwebende Schattengestalt am Fenster?Auf YouTube ansehen"Wenn man nicht im Voraus darüber nachdenkt, bekommt man später Probleme", erläutert Tomaszkiewicz weiter. "Man beginnt mit dem nächsten Spiel, hat ein paar Story-Ideen und fragt sich dann: 'Okay, wie übernehme ich die Spielstände der Community? Welche Entscheidungen muss ich vorhersehen? Wie verbinde ich das alles flüssig und organisch?' Und so weiter. Wir gehen das lieber direkt richtig an."
Der zweite Teil der Bestätigung kam dann direkt vom Publisher Bandai Namco. Ich wollte einige Aussagen von Tomaszkiewicz über die Speicherdaten des kommenden RPGs klären. Er hatte ja bereits angedeutet, dass diese in künftigen Titeln nutzbar sein würden. "Es wird eine Option geben, den Spielstand aus dem ersten Teil zu übernehmen", teilte mir Bandai Namco daraufhin mit.
Das ist eine ziemlich spannende Ansage für ein Spiel – und offensichtlich auch eine ganze Serie –, das ohnehin schon ehrgeizige Pläne in Sachen spielerischer Freiheit und Zeitmanagement hegt. In der Realität kann es allerdings extrem knifflig werden, die ganzen Konsequenzen der getroffenen Entscheidungen über importierte Savegames zu jonglieren. Das musste auch BioWare bei Mass Effect am eigenen Leib erfahren. Es spricht Bände, dass das Studio diesen Ansatz danach nie wieder probiert hat.
Wer ist Konrad Tomaszkiewicz?
Konrad Tomaszkiewicz ist eine absolute Branchengröße. Als Game Director war er maßgeblich für den gigantischen, weltweiten Erfolg von The Witcher 3: Wild Hunt bei CD Projekt Red verantwortlich. Mit all seiner RPG-Erfahrung leitet er nun die kreative Vision des neuen Studios Rebel Wolves.
Charakter-Langlebigkeit, Wechsel der Epochen und erzählerische Vergleiche
Ähnlich wie Mass Effect dreht sich die Dawnwalker-Serie um einen einzigen Protagonisten: einen Halbmenschen und Halbvampir namens Coen. Im Gegensatz zu Shepard in Mass Effect kann Coen aber anscheinend hunderte Jahre alt werden. Im SGF-Trailer in der Gegenwart ist er jedenfalls noch quicklebendig – rund 600 Jahre nach den Ereignissen von The Blood of Dawnwalker, das im 14. Jahrhundert spielt. Das bedeutet aber nicht zwingend, dass ein neues Dawnwalker direkt in der Moderne angesiedelt ist. "Nein", stellte Tomaszkiewicz klar. "Nein, nein, nein."
Vielmehr bedeutet das, dass die Dawnwalker-Serie fröhlich durch die Epochen springen kann – vom 14. Jahrhundert bis hin zur Gegenwart. Theoretisch könnte es uns ins Paris der Französischen Revolution verschlagen oder an völlig andere Orte. "Genau darum geht es", bemerkte Tomaszkiewicz, "durch die Epochen und Kulturen zu reisen."
"Das ist aus vielen Gründen enorm wichtig. Es macht einfach mehr Spaß, verschiedene Geschichten aus diversen Ecken der Erde zu erzählen. Wir müssen uns in diese Kulturen und Legenden einarbeiten und überlegen, wie wir uns in die historischen Ereignisse des jeweiligen Ortes einfügen. Das sorgt in jedem neuen Teil für frischen Wind. Wir stehen immer wieder vor der Herausforderung, etwas wirklich Neues und Cooles zu erschaffen. Gleichzeitig behalten wir aber den roten Faden der Story bei und wissen genau, worauf alles hinausläuft."
Das klingt fast ein bisschen nach Assassin's Creed. Die Reihe nutzt schließlich auch etliche berühmte Epochen als Schauplätze, lose zusammengehalten von einer etwas wackeligen Rahmenhandlung über clevere Maschinen, mit denen ihr in die Haut von Assassinen aus der Vergangenheit schlüpft. Tomaszkiewicz stimmte zu, dass es da gewisse Parallelen gibt. "Es geht in diese Richtung, wir setzen es aber anders um", erklärte er.
"Ich ziehe da lieber den Vergleich mit 'Interview mit einem Vampir' [ein Beispiel, das ich ins Spiel brachte]. Da steckt einfach mehr Fantasy drin und es bietet mehr erzählerischen Tiefgang. Assassin's Creed ist ein cooles Spiel, aber für mich sind das eher voneinander getrennte Geschichten mit unterschiedlichen Helden. Wir wollen hingegen die fortlaufende Reise dieses einen speziellen Helden und seine Erlebnisse erzählen."
Das Studio Rebel Wolves
Rebel Wolves wurde 2022 von ehemaligen CD-Projekt-Red-Veteranen gegründet. Das in Warschau ansässige Indie-Studio hat sich zum Ziel gesetzt, düstere und storygetriebene AAA-Rollenspiele der nächsten Generation zu entwickeln. The Blood of Dawnwalker wird ihr extrem ambitioniertes Debütprojekt.
Konzeptionelle Vorarbeiten für die Fortsetzung und die Perspektive der Entwickler
Obwohl The Blood of Dawnwalker noch nicht mal erschienen ist – der Release ist für den 3. September angesetzt – gibt es bereits handfeste Pläne für die Zukunft, und es wurde schon "eine Menge" Arbeit in die Konzepte gesteckt. "Wir denken da schon sehr lange drüber nach", betont Tomaszkiewicz. "Wir wissen genau, wie der komplette Story-Arc der kommenden Spiele aussehen wird. Wir feilen bereits an der Fortsetzung und überlegen, welche Ereignisse wir dort einbauen wollen. Das war nötig, um die entsprechenden Grundsteine schon im aktuellen Teil zu legen."
Es steht also tatsächlich schon fest, in welcher Epoche der nächste Teil spielt? "Jep", antwortete Tomaszkiewicz ziemlich geheimnisvoll.
Environment Artist Adam Payet fügte hinzu: "Ich habe Gerüchte gehört und bin extrem gehypt. Die Kollegen haben mir gesteckt, was wir gerade in Betracht ziehen. Konrad hat ja bereits die Abwechslung angesprochen: Wenn die Saga zig Spiele umfassen würde und alle im 14. Jahrhundert spielen würden, hätte man diese Ära als Environment Artist irgendwann einfach satt. Es wäre immer dasselbe."
Ich frage mich wirklich, welche Epoche uns erwartet. Es muss auf jeden Fall nach dem 14. Jahrhundert spielen, da Coen erst zu diesem Zeitpunkt zum Vampir wird. Aber wagt sich das Studio an Settings, die Assassin's Creed bereits abgegrast hat? Etwa an Italien zur Zeit der Renaissance, die Französische Revolution, das feudale Japan, das industrielle Großbritannien oder das goldene Zeitalter der Piraterie? Ihr merkt schon: Ich bin mega gespannt.









