Manchmal braucht es gar keine großen Jumpscares, spektakulären Kämpfe oder sehr attraktive Männer *hust* Leon S. Kennedy *hust*, um mich zu begeistern. Häufig reicht es schon, einem kleinen Stück Natur dabei zuzusehen, wie es langsam wieder aufblüht. Genau dazu luden meine ersten rund zwei Stunden mit BioEden ein. Das neue Management- und Aufbauspiel von Broken Arms Games soll 2026 für PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S und Nintendo Switch 2 erscheinen. Nachdem ich die Demo gespielt habe, kann ich jetzt schon sagen: Dieser Titel hat mich absolut in seinen Bann gezogen.

Die Erde wieder zum Leben erwecken

Die Welt von BioEden befindet sich in keinem guten Zustand. Der erdähnliche Planet wurde über die Jahre ausgebeutet und zerstört. Nun liegt es an uns, die Natur zurückzubringen und neue Lebensräume zu schaffen.Bevor es losgeht, wählt ihr eine von mehreren Fraktionen beziehungsweise Gilden. Diese unterscheiden sich in Spielstil und Schwerpunkt. Während sich etwa die Euler-Gilde auf Technologie konzentriert und einen ausgewogenen Ansatz verfolgt, setzen die naturverbundenen Darwin-Mitglieder stärker auf die Flora und Fauna.

Daneben gibt es weitere Fraktionen wie die Explorers, die Restoration-Gilde sowie die mystischen Umbra. Jede Gilde wird ausführlich vorgestellt. Das Menü erklärt ihre Besonderheiten, ihre Herangehensweise und auch, ob sie sich eher für Anfänger oder erfahrene Spieler eignet. In der Demo durfte ich allerdings zunächst mit Charles, einem kleinen Roboter, das Tutorial absolvieren.

Im Dom könnt ihr die unterschiedlichsten Lebewesen heranzüchten.

Der Kern von BioEden besteht aus zwei miteinander verbundenen Systemen. Zum einen gibt es den Dom – eine geschützte Biosphäre, in der neue Lebewesen gezüchtet werden können. Hier lassen sich verschiedene Arten miteinander kombinieren, um neuartige Kreaturen entstehen zu lassen. Die Tiere stammen aus unterschiedlichen Lebensräumen wie Sümpfen, Savannen oder Wäldern und bringen jeweils eigene Ansprüche mit sich. Damit sich die Wesen paaren, müssen verschiedene Bedingungen erfüllt werden. Neben der richtigen Luftfeuchtigkeit und Temperatur spielt auch die passende Nahrung eine wichtige Rolle. Doch Tiere allein reichen nicht aus. Sie benötigen auch einen Lebensraum.

Deshalb restaurieren Spieler parallel die zerstörte Oberfläche des Planeten. Dafür werden Gebäude errichtet, zum Beispiel zur Wasseraufbereitung; Energie wird erzeugt und Ressourcen verwaltet. Schnell wird klar: Alles hängt miteinander zusammen. Klärwerkebenötigen Strom, andere Bauten sind wiederum auf Wasser angewiesen. Dadurch entsteht ein Netz aus Abhängigkeiten, das clever geplant werden muss.Anfangs wirkte dieses System auf mich etwas kompliziert. Besonders die Versorgungsleitungen erschienen mir zunächst eher störend. Nach kurzer Zeit entwickelte ich jedoch ein gutes Gefühl dafür, wie ich die einzelnen Gebäude sinnvoll miteinander verband.

Anspruchsvoll, aber nie überfordernd

Was ich an solchen Management-Spielen besonders schätze, ist ein gut ausbalancierter Schwierigkeitsgrad. BioEden scheint diese Herausforderung sehr gut zu meistern.Die Grundlagen sind leicht verständlich und werden anschaulich erklärt. So müssen beispielsweise verschiedene Ressourcen mithilfe passender Maschinen abgebaut werden. Gleichzeitig informiert BioEden die Spieler jedoch, wenn der Planet zu stark belastet wird. Wer es übertreibt, kann Naturkatastrophen wie Sandstürme auslösen, die sich vorübergehend sowohl auf den Rohstoffabbau als auch auf die Lebensräume im Dom auswirken können.Dadurch müsst ihr stets mehrere Faktoren im Blick behalten. Trotz dieser zusätzlichen Herausforderungen bleibt das Spiel jederzeit übersichtlich und überfordert nicht.

Der Planet ist zunächst stark verschmutzt und wirkt trostlos, doch mit der richtigen Hilfe kann er wieder zum Leben erweckt werden.

Zusehen, wie die Natur zurückkehrt

Was mir besonders gefallen hat, war die visuelle Entwicklung der Spielwelt.Zu Beginn dominieren ungesund lila verfärbte und verschmutzte Landschaften. Doch je erfolgreicher Wasser gereinigt und Ressourcen abgebaut werden, desto mehr verändert sich etwas auf der kleinen Welt. Plötzlich werden aus kahlen Flächen grüne Wiesen. Trübe Gewässer verwandeln sich in klare Seen. Die Natur beginnt, sich sichtbar zu erholen.Dieser Effekt hat mich ehrlich überrascht. Irgendwann blickte ich auf meine Karte und stellte fest, dass die einst trostlose Landschaft allmählich lebendig geworden war. Genau dieser Wandel vermittelt ein unglaublich befriedigendes Gefühl und macht einfach Spaß zu sehen.

Ein kleines bisschen Umweltbewusstsein

Vielleicht gefällt mir BioEden auch deshalb so gut, weil das Thema aktuell kaum relevanter sein könnte. Wir erleben regelmäßig Naturkatastrophen, diskutieren über Ressourcenknappheit und sehen vielerorts die Folgen menschlicher Eingriffe in die Umwelt. BioEden erhebt dabei nicht den mahnenden Zeigefinger, zeigt aber sehr anschaulich, wie empfindlich ökologische Kreisläufe sein können.Wer zu viele Ressourcen abbaut oder Gebiete überstrapaziert, riskiert zum Beispiel einen Erdrutsche. Maschinen müssen wieder entfernt werden, Ökosysteme benötigen Zeit zur Regeneration und nachhaltiges Wirtschaften wird belohnt. Dadurch entsteht ein spannender Kreislauf aus Aufbau, Nutzung und Erholung.

Ein toller Start

Bei rund zwei Stunden Spielzeit wollte ich eigentlich nur kurz in die Demo hineinschauen. Stattdessen war ich fast schon traurig, als ich mich von Charles verabschieden musste. Der kleine Roboter hatte mir schließlich alles beigebracht, was ich wissen musste, um einen zerstörten Planeten wieder zum Leben zu erwecken.BioEden verbindet einen entspannenden Aufbau mit cleverem Ressourcenmanagement und einer überraschend starken Umweltbotschaft. Dazu kommen ein wunderschöner Artstyle sowie zahlreiche liebenswerte Kreaturen, die der Spielwelt zusätzlichen Charme verleihen.Für mich gehört BioEden schon jetzt zu den interessantesten Titeln, die ich dieses Jahr anspielen durfte. Umso mehr freue ich mich darauf, meine kleine Biosphäre weiterzuentwickeln und zu sehen, welche Möglichkeiten das fertige Spiel bietet, wenn es später in diesem Jahr erscheint.