Baldur’s Gate 3: Larians Art Director spricht von “einem kompletten Richtungswechsel” bei der Suche nach dem richtigen Grafikstil - und das nicht nur einmal
Baldur’s Gate 3 fesselt Millionen mit detailreicher Grafik, die fast ein komplett anderer, cartoonhafter Stil geworden wäre. Die Entwicklung forderte Team und Nerven.
Zwischen Pixelkunst und Panikattacke
Baldur’s Gate 3 hat Millionen von Spielern in seinen Bann gezogen und gehört trotz seiner inzwischen drei Jahre immer noch zu einem der meistgespielten Titel auf Steam. Es konnte sowohl Veteranen überzeugen als auch Neulinge an das D&D-Prinzip heranführen. Ende 2024 erreichte das Spiel sogar 15 Millionen verkaufte Exemplare.
Auch der Grafikstil wurde von vielen Seiten gelobt und für hochwertige, detaillierte Texturen sowie stimmungsvolle Beleuchtung gewertschätzt. Dabei hätte dieser beinahe ganz anders ausgesehen. Das verriet Art Director Alena Dubrovina im Podcast AnsweRed. Ihr zufolge gab es einige drastische Änderungen, bevor sich die Larian Studios für diesen detaillierten Look entschieden hatten.
Cartoon’s Gate
Tatsächlich haben die Entwickler sich mit der Entscheidung unfassbar schwer getan und mit allerlei verschiedenen Stilen experimentiert. Eine Zeit lang wurde sogar eine cartoonhafte Optik ausprobiert, erinnert sich Dubrovina. Es war wohl der heftigste Unterschied zur endgültigen, realistischen Spielgrafik.
“Ich würde sogar sagen, es war ein cartoonhafter Stil. Um ihn stärker an das anzulehnen, was wir in Indie-Comics und Indie-Art sehen.”
Doch am Ende wurde auch dieser über Bord geworfen. Mehrfach gab es komplette Stilwechsel, wie Dubrovina erzählt: “Wir haben unsere Designrichtung tatsächlich mindestens zweimal komplett geändert. Und es ging nicht nur um den Feinschliff. Es war ein kompletter Richtungswechsel.”
Ehrgeiz gegen Erschöpfung
Das hat selbstverständlich auch ganz schön an der Kraft des Designteams von Larian gezehrt. Mehr als einer der Künstler soll an seiner Belastungsgrenze angekommen sein. Dubrovina erinnert sich vor allem an ein Gespräch mit einem Kollegen.
“Er arbeitete bereits seit einem halben Jahr ausschließlich an den Köpfen, und es hieß: Ja, du hast es fast geschafft. Und dann hieß es wieder: Nein, das ist es doch nicht. Man merkte ihm an, dass er schon nah an seiner Belastungsgrenze war.”
Zwar würde ich sagen, dass die Arbeit sich gelohnt hat, aber es ist auch immer wieder beeindruckend zu hören, wie der gesamte Entwicklungsprozess abgelaufen ist. Während ihr also beim nächsten Mal an der Auswahl der richtigen schillernden Augenfarbe scheitert oder die Qual der Wahl bei den epischen Narben habt, denkt an das Herzblut, aber auch Schweiß und Tränen, die in all diese Details geflossen sind.









