Bungie verliert Marathon-Art-Lead: Joseph Cross geht nach 14 Jahren
Es sind unruhige Zeiten bei Bungie. Während das Studio fieberhaft daran arbeitet, den kommenden Extraction-Shooter Marathon für den Release im März 2026 in Form zu bringen, verlässt nun einer der profiliertesten Köpfe das Schiff. Joseph Cross, Art Director und ein echtes Bungie-Urgestein, hat nach 14 Jahren seinen Abschied bekannt gegeben. Ein Abgang, der Fragen aufwirft – nicht zuletzt wegen der jüngsten Schlagzeilen rund um das Projekt.
Wie zuerst von The Game Post entdeckt wurde, aktualisierte Cross seine Profile in den sozialen Medien und auf LinkedIn, um das Ende seiner Ära beim legendären Halo- und Destiny-Entwickler zu markieren. Kurz darauf folgte ein offizielles Statement auf X (ehemals Twitter), in dem er sich sichtlich stolz, aber auch wehmütig verabschiedete.
Cross war maßgeblich an der markanten, fast schon surrealen Neon-Ästhetik beteiligt, die Marathon seit seiner Ankündigung von der Masse an militärischen Shootern abhebt. Dass er das Studio nun verlässt, während der Titel in die entscheidende Phase der Entwicklung geht, sorgt in der Community für Diskussionsstoff.
I'm incredibly proud of the visual world we built for Marathon. Getting support at this scale for something a bit different is rare, and the art team at Bungie is the best in the biz. I'll be enjoying playing the game as a fan with all of you. Massive thank you to everyone who…
— Joseph Cross (@josephacross) December 19, 2025 Um diesen Inhalt zu sehen, erlaube bitte targeting-Cookies. Cookie-Einstellungen verwalten„Aus eigenem Antrieb“: Die Schatten der Plagiatsaffäre
Der Zeitpunkt des Abschieds ist brisant. Erst vor wenigen Monaten geriet Marathon in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass Bungie für das Spiel ungefragt Arbeiten des Künstlers Antireal verwendet hatte. Dieser Skandal erschütterte das Vertrauen der Fans in die künstlerische Integrität des Projekts massiv. Erst vor kurzem gab Antireal bekannt, dass die Angelegenheit mittlerweile „zu seiner Zufriedenheit“ geklärt wurde.
Natürlich stellt sich die Frage, ob Cross als künstlerischer Leiter die Konsequenzen für diesen Fehler ziehen musste. Ethan Gach von Kotaku hakte direkt nach und fragte Cross, ob sein Ausscheiden mit dem Skandal zusammenhänge. Cross verneinte dies jedoch deutlich: Der Abschied sei aus eigenem Antrieb erfolgt. Er betonte erneut: „Ich bin super stolz auf das Projekt und das, was das Team in den letzten sechs Jahren erreicht hat.“
Auffällig ist auch eine Änderung im Bereich Marketing: Der ursprüngliche Slogan des Spiels, „Escape will make me God“, scheint klammheimlich ersetzt worden zu sein. Auf neueren Materialien liest man stattdessen: „Death is the first step“. Offiziell gibt es für diesen Wechsel keine Erklärung. In Fan-Kreisen wird jedoch gemunkelt, dass Bungie den alten Slogan loswerden wollte, nachdem Kritiker ihn während des Plagiatsskandals hämisch in „Plagiarism will make me God“ umgedichtet hatten.









