Assassin’s Creed: Shadows hat uns endlich das langersehnte Japan-Setting gebracht und uns in die Rollen des Samurai Yasuke und der Assassinin Naoe schlüpfen lassen. Die beiden haben sich sehr unterschiedlich gespielt und viel Abwechslung in die Welt von Shadows gebracht. Dieser Unterschied könnte nun zum Trend bei Ubisofts Charakteren werden.

Zwei Wege zum Ziel

Assassin’s Creed Shadows hat mir dieses Jahr viel Freude bereitet und auch wenn ich die meiste Zeit mit Naoe durch die Gegend geschlichen bin, hat es doch auch immer wieder Spaß gemacht, mit Yasuke einfach Tore niederzureißen. Als schier unaufhaltsamer Riese in eine Festung oder Außenposten zu rennen und nahezu alles platt zu machen, war eine Erfahrung, die ich so eher selten in Assassin’s Creed gemacht habe.

Doch gerade die Möglichkeit, zwischen agilem Assassinen und massivem Brecher zu wechseln, hat mich begeistert. Und scheinbar gefällt auch Ubisoft die Idee, denn Simon Lemay-Comtois, der als stellvertretender Game Director an Shadows mitwirkte, sagte kürzlich gegenüber GamesRadar+: “[Yasuke und Naoe] haben sehr unterschiedliche körperliche Eigenschaften in Bezug auf ihre Bewegungen.”

“Ich denke, dass alle zukünftigen Assassinen, die wir verkörpern, wenn sie männlich sind, wenn sie etwas größer sind, all diese Dinge einen kleinen Einfluss darauf haben können und sollten, wie sich ihre Körperlichkeit in der Welt widerspiegelt.”

Katzenhafte Schleichkunst oder brachiale Kraft

Konkret könnte das also heißen, dass größere, bulligere Charaktere womöglich nicht so gut klettern können, aber dafür schwere Dinge bewegen oder Türen aufbrechen können. Vielleicht machen sie auch mehr Schaden oder halten mehr Treffer aus, während kleinere Charaktere flinker sind und schneller angreifen können.

Naoes Greifhaken und Kletterfähigkeiten sind ein gutes Beispiel dafür, denn während sie grazil von Baum zu Baum springt oder Mauern erklimmt, steuert sich Yasuke fast eher wie ein Panzer, der, einmal in Fahrt, nur schwer aufgehalten werden kann. Doch dafür zerstört er auch jeden Heuhaufen, in den er springt.

Ich würde eine solche Änderung begrüßen, denn spätestens seit Odyssey habe ich mich gefragt, warum ich überhaupt einen Protagonisten wählen kann, wenn es spielerisch keinen Unterschied macht. Doch so käme wieder ein wenig frischer Wind in die Reihe und bietet auch neue taktische Möglichkeiten.