Romantik ist kaum mehr aus modernen Rollenspielen wegzudenken. In den meisten RPGs habt ihr die Möglichkeit, Weggefährten oder andere NPCs als romantische Partner zu gewinnen. Manchmal hat eure Partnerwahl einen Einfluss auf die Geschichte, manchmal ist es reiner Fanservice. Avowed hat sich bewusst gegen romantische Beziehungen in Avowed entschieden. In einem Interview erklärt Game Director Carrie Patel auch, warum.

Keine Romanzen in Avowed - aber warum?

Es gibt zwei Gründe, wieso Obsidian auf romantische Beziehungen zwischen dem Spieler und den NPCs verzichtet hat. Romantik ist ja nicht gleich Romantik, erklärt Patel im Interview mit unseren englischen Kollegen.

"Zu einer guten Liebesgeschichte gehört nicht nur ein fesselnder Liebespfad, sondern auch einer, der dem Charakter, um den es geht, treu bleibt", sagt sie. Was ist damit gemeint? Nun, man wolle die Charaktere davor schützen, ihre eigene Identität aufzugeben, nur um ein passender Partner zu sein.

"Es ist immer ein bisschen enttäuschend, wenn man einen Charakter sieht, der eine klare Persönlichkeit, Ziele und Interessen hat, und plötzlich, im Dienste dieser Romanze, die der Spieler mit ihm begonnen hat, wird er zur Ja-Person des Spielers." Er sei einfach dafür da, mit euren Entscheidungen glücklich zu sein und verliere dadurch seine eigene Persönlichkeit.

Manchmal würden Spieler durch romantische Beziehungen sogar vergessen, wieso diese überhaupt erst eingeführt wurden. Eine Ablenkung, die Spielern in Avowed nicht den Fokus nimmt. Und so sehr viele von uns gute Romanzen lieben, dass sie uns manchmal von den eigentlichen Zielen im Spiel ablenken, lässt sich wohl kaum bestreiten.

Weiter sei Romantik ja nicht die einzige Art, eine tiefe Verbindung mit einer Person aufzubauen. Für Patel ist auch ein "ebenso überzeugender platonischer Weg" wichtig. Zudem könne es durchaus passieren, dass Spieler die Beziehungen mit einem festen System in Spielen irgendwann nur noch als Mechanismus begreifen und nicht mehr als Band zwischen zwei Personen.