Obsidian macht die Arbeit zum Rollenspiel – wer dort arbeitet, wählt eine Klasse und steigt im Level auf
Wer anfängt, bei Obsdian Entertainment (The Outer Worlds 2, Avowed) zu arbeiten, beginnt gewissermaßen ein Real-Life-Rollenspiel.
Kommt man zu Obsidian, wählt man eine von drei Klassen (Warrior, Wizard, Rogue) und kann dann über 20 Jahre hinweg im Level aufsteigen und "Geschenke" erhalten, die sich auf die jeweilige Klasse beziehen.
Motivation für Obsidian-Mitarbeiter
"Es macht einfach riesigen Spaß und zeigt, dass wir wollen, dass die Leute für immer bei uns bleiben", sagt Marcus Morgan, Vizepräsident für operative Angelegenheiten bei Obsidian, im Gespräch mit The Game Business.
"Man fängt mit ein paar D&D-Würfeln an und bekommt dann die verschiedenen Ausrüstungsgegenstände. Krieger bekommen zum Beispiel einen Schild, eine Axt und einen Helm. Zauberer bekommen einen Umhang … wir konnten einfach nicht anders, als ein bisschen Rollenspiel-Feeling hineinzubringen. Das hat die Logistik natürlich etwas komplizierter gemacht."
"Wir haben darüber gesprochen, dass man, wenn man länger als 20 Jahre bleiben möchte, so wie Justin und ich es vorhaben, auch mehrere Klassen wählen", ergänzt er. "Man könnte dann die anderen Elemente der verschiedenen Klassen bekommen."
Das Ganze ist natürlich einerseits eine Anspielung auf die D&D- und RPG-Wurzeln des Studios: "Die Wurzeln unseres Studios liegen in Dungeons & Dragons", sagt Morgan. "Und wir alle sehen uns als Spielleiter. Wir erschaffen ein Setting, eine Welt, eine Reihe von Erlebnissen, die den Spielern ermöglichen, die von ihnen gewünschten Abenteuer zu erleben."
Obsidian entwickelt nicht nur Rollenspiele, sondern arbeitet auch entsprechend.Zugleich soll es dabei helfen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ans Studio zu binden: "Normalerweise setze ich mich nach den ersten paar Monaten mit jedem neuen Mitarbeiter zusammen und sage: 'Wir hoffen, dass du hier 10, 20 Jahre bleiben möchtest'", ergänzt Justin Britch, VP of Development.
"Man lernt so viel, wenn man den Entwicklungsprozess eines Spiels durchläuft, und dieser ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Mitarbeiter den Prozess kennenlernen und verstehen, was ein Obsidian-Spiel ausmacht, was es bedeutet, am Anfang eines Projekts dabei zu sein und was es bedeutet, am Ende dabei zu sein."
"Einer der Gründe, warum wir Mitarbeiter länger halten können, ist, dass sie über Jahre und Projekte hinweg an verschiedenen Dingen arbeiten können. Sie arbeiten mit verschiedenen Teams und Leuten zusammen. Das sorgt für Abwechslung, selbst wenn man lange im selben Studio arbeitet. Und wir profitieren von Leuten, die verstehen, was Obsidian ausmacht, was unser Ethos, unsere Prozesse und unseren Stil der Spieleentwicklung sind. Das zahlt sich über die Jahre wirklich aus."
Das helfe letztlich auch dabei, gleichzeitig an mehreren Projekten zu arbeiten. Nach der Übernahme durch Microsoft im Jahr 2018 hat das Studio ganze sechs Spiele veröffentlicht, darunter The Outer Worlds, Grounded und Pentiment. Allein in diesem Jahr erschienen mit Avowed, Grounded 2 und The Outer Worlds 2 drei Spiele von Obsidian.
Jüngst gab es Gerüchte darüber, dass Obsidian derzeit kein Outer Worlds 3 plant, aber an Avowed 2 arbeitet.









