Nintendo stellt klar: Wer Switch-Produkte zu den durch US-Strafzölle erhöhten Preisen gekauft hat, bekommt nachträglich keinen Rabatt. Der japanische Gaming-Riese fordert deshalb die Abweisung einer Sammelklage. Die Kläger verlangen genau das – nämlich dass Käufer einen Teil der Rückerstattung abbekommen, die Nintendo womöglich von den US-Behörden kassiert.

Nintendo will keine Strafzoll-Rückerstattung an Käufer auszahlen

Das geht aus einem Bericht von Game File hervor, denen der entsprechende Gerichtsantrag vorliegt. Nintendo argumentiert darin, dass Käufer genau das bekommen haben, wofür sie bezahlt haben.

„Das von den Klägern gezahlte Geld entspricht dem Kaufpreis für die Ware, die sie haben wollten und auch erhalten haben. Den Klägern steht nicht einfach deshalb eine Rückerstattung zu, weil sich nachträglich die rechtliche Lage bei den Zöllen geändert hat“, betont Nintendo in seinem Antrag auf Klageabweisung.

Image credit: Nintendo

Vergangenes Jahr hob Nintendo die Preise für die ursprüngliche Switch – inklusive der OLED- und Lite-Modelle – sowie für weitere Produkte in den USA an. Auch Zubehör für die Switch 2 wie die Joy-Con 2 wurden teurer, während der Preis der Konsole selbst stabil blieb. Vorausgegangen waren flächendeckende US-Strafzölle auf Importe aus fast allen Ländern der Welt. Dadurch stiegen auch die Preise vieler anderer Elektronikgeräte, die meist in asiatischen Fertigungszentren wie China oder Vietnam produziert werden.

Anfang dieses Jahres erklärte der Oberste Gerichtshof der USA die Zölle für rechtswidrig und kippte sie. Das veranlasste zahlreiche betroffene Unternehmen dazu, ihr Geld vom Staat zurückzufordern. Nintendo selbst verklagte die US-Regierung aus diesem Grund im März. Die Sammelklage der Kundschaft folgte im April mit dem Ziel, eine Entschädigung für alle zu erstreiten, die teurer gewordene Nintendo-Produkte gekauft haben.

Ein Argument von Nintendo für die Abweisung der Klage lautet: Das Unternehmen habe die Zölle nicht in voller Höhe an die Kunden weitergereicht – ganz im Gegensatz zu vielen Konkurrenten.

„Wie andere Marktteilnehmer musste Nintendo die schwierige Entscheidung treffen, einige Preise an die Marktbedingungen anzupassen – darunter Kosten für Speicher, Arbeit, Versand und Zölle“, heißt es im Gerichtsantrag von Nintendo.

„Anders als viele Mitbewerber hat Nintendo jedoch nicht einfach den Zollbetrag eins zu eins auf die Produktpreise aufgeschlagen oder einen pauschalen Zollzuschlag erhoben. Stattdessen haben wir moderate und gezielte Preisanpassungen vorgenommen und uns entschieden, die Zollkosten für einige unserer beliebtesten Produkte des Jahres 2025 selbst zu tragen – einschließlich unserer Hauptkonsole, der Nintendo Switch 2.“

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Nintendo merkte zudem an, dass sich der genaue Zollanteil für jede einzelne Preiserhöhung gar nicht exakt berechnen lasse. Neben dem offiziellen Antrag auf Klageabweisung schlägt das Unternehmen vor, den Streit über ein privates Schlichtungsverfahren zu regeln.

Wie Game File betont, laufen ähnliche Sammelklagen auch gegen andere Konzerne – allen voran den Rivalen Sony. Dort versuchen Kunden ebenfalls per Klage, Geld für PlayStation-Produkte zurückzubekommen, die nach den Zollerhöhungen gekauft wurden. Vereinzelte Firmen wie FedEx gehen tatsächlich diesen Weg und haben versprochen, Zoll-Rückzahlungen an ihre Kundschaft weiterzuleiten. Die meisten Unternehmen nutzen die Gelder jedoch lieber anderweitig: Laut einem Bericht von Fortune fangen sie damit vor allem die gestiegene Inflation ab.

Hintergrund: US-Strafzölle auf Elektronik

Unter der US-Administration wurden flächendeckende Zölle auf Importe aus Asien verhängt, was Hardwarersteller wie Nintendo, Sony und Microsoft zu Preisanpassungen zwang. Nach der gerichtlichen Unwirksamkeitserklärung verlangen viele Konzerne gezahlte Abgaben vom Staat zurück.