„Work-Life-Balance gibt es nicht.“: Ex-Nintendo-Mitarbeiter sprechen über die Schattenseiten des Spiele-Giganten
Die frühere Nintendo-Kommunikationschefin Krysta Yang und ihr Podcast-Partner Kit Ellis haben in der neuesten Ausgabe des Kit & Krysta Podcast über ihre Erfahrungen bei Nintendo gesprochen. Dabei beleuchteten die beiden sowohl die positiven Seiten des japanischen Spieleunternehmens als auch die Herausforderungen, mit denen Mitarbeiter dort konfrontiert sein können.
Arbeitssicherheit ohne Work-Life-Balance und einfachen Aufstiegschancen
Besonders hervorgehoben wurde die Unternehmenskultur auf der Führungsebene. Laut Kit sei ein großer Vorteil von Nintendo, dass die wichtigsten Entscheidungsträger des Konzerns über ein hohes Maß an Integrität verfügten und sich tatsächlich für das Unternehmen sowie dessen Angestellte einsetzten. Als Beispiele nannte er unter anderem den früheren Nintendo-Präsidenten Satoru Iwata, den aktuellen Präsidenten Shuntaro Furukawa sowie ehemalige und aktuelle Führungskräfte wie Reggie Fils-Aimé, Doug Bowser und Devon Pritchard.
The Pros and Cons of Working at Nintendo from Former Employees - EP232 Kit & Krysta Podcast Auf YouTube ansehenKit verglich Nintendo dabei mit anderen großen Unternehmen der Branche, bei denen Führungskräfte seiner Meinung nach teilweise eher kurzfristige finanzielle Interessen verfolgen würden. „Die Führungskräfte auf höchster Unternehmensebene zeichnen sich durch Integrität aus, und ihnen liegen das Unternehmen und seine Mitarbeiter wirklich am Herzen“, erklärte er. Gleichzeitig kritisierte er Manager anderer Firmen, bei denen es teilweise den Eindruck gebe, sie wollten ein Unternehmen möglichst stark ausnutzen und mit möglichst großem Gewinn verlassen.
Ein weiterer Punkt, den die beiden als klaren Vorteil von Nintendo bezeichneten, sei die Arbeitsplatzsicherheit. Während viele Unternehmen in der Gaming-Branche regelmäßig Entlassungen durchführen, gilt Nintendo traditionell als vergleichsweise stabiles Unternehmen mit einer langfristig orientierten Personalpolitik.
Trotz dieser Vorteile sprachen Kit und Krysta auch offen über Probleme innerhalb der Firma. Besonders kritisch sahen sie die Arbeitszeiten und die fehlende Balance zwischen Beruf und Privatleben. Zum Thema Work-Life-Balance antwortete Kit deutlich: „Work-Life-Balance gibt es nicht.“ Krysta fügte bestätigend hinzu: „Es gab keine.“
Dabei betonten beide, dass diese Problematik nicht ausschließlich Nintendo betreffe, sondern in vielen Teilen der Spieleindustrie vorkomme. Dennoch sei der hohe Arbeitsdruck spürbar gewesen. Laut Krysta habe es wenig Verständnis für das persönliche Tempo oder individuelle Belastungsgrenzen gegeben: „Es ist ein Ort, an dem man kein Verständnis für das Tempo hat.“
Auch die Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens wurden angesprochen. Beförderungen seien demnach eher selten und würden nicht automatisch erfolgen. Wer eine höhere Position erreichen wolle, müsse sich über längere Zeit beweisen und werde intensiv geprüft.









