Mit der Veröffentlichung von Ninja Gaiden 4 findet das "Jahr des Ninja" seinen Höhepunkt. Anders als die ursprünglichen 3D-Spiele, die unter der Leitung des verstorbenen Tomonobu Itagaki entstanden, stammt dieser Titel nicht von Team Ninja, sondern von PlatinumGames.

Obwohl Platinum Games einen hervorragenden Action-Titel abgeliefert hat, der allgemein gut ankommt, ist das Spiel visuell kein herausragender "Hingucker". Zu diesem Schluss kommt jedenfalls Digital Foundry im Technik-Check.

Gameplay ist wichtiger

Die Entwickler haben die Entscheidung getroffen, das Kern-Gameplay über modernste Technologien zu stellen. Technisch basiert das Spiel auf der eigenen Engine von PlatinumGames, welche nun auf DirectX12 aufgerüstet wurde und moderne Funktionen wie Direct Storage für schnellere Ladezeiten sowie Upsampling-Techniken wie DLSS unterstützt.

Digital Foundry beschreibt das visuelle Design von Ninja Gaiden 4 als eine dunkle Weiterentwicklung von Titeln wie Metal Gear Rising, gekennzeichnet durch industrielle Formen, einen tiefblauen Farbton, helle Lichter und zahlreiche spiegelnde Highlights, die durch SSR (Screen Space Reflections) erzeugt werden.

Ninja Gaiden 4 - DF Review - Xbox Series X|S, PS5/PS5 Pro, PC - Superb Action, Great Performance Auf YouTube ansehen

Die Engine ermöglicht demnach große, nahtlose Karten, die das Durchkämpfen riesiger Szenen ohne Ladeunterbrechungen erlauben. Während die tatsächlichen Kampf-Animationen die von PlatinumGames erwartete schnelle Präzision aufweisen, fühlen sich die grundlegenden Bewegungen jedoch weniger effektiv an als in den ursprünglichen Titeln. Das Spiel ist brutal und klebt auch nach Kämpfen noch sichtbar am Hauptcharakter. Visuell kann das Spiel bei genauerer Betrachtung mit Effekten wie Ambient Occlusion und SSR jedoch zu körnigen oder verrauschten Ergebnissen führen, berichtet Digital Foundry.

Die Performance auf PS5 und Xbox Series X ist im Allgemeinen sehr gut und das Spiel ist auf jeder Maschine gut optimiert. Auf den Basis-Konsolen stehen drei Modi zur Auswahl: Qualität (30fps), Performance (60fps) und 120fps. Der Standard-Performance-Modus bei etwa 1080p (mittels dynamischer Skalierung und FSR) wird als die beste Option empfohlen, da er meist stabile 60fps liefert. In sehr intensiven Kampfszenen können jedoch leichte Einbrüche unter 60fps auftreten. Der 30-fps-Qualitätsmodus wird aufgrund eines unsauberen Frame-Pacings und eines "schrecklichen"Aussehens nicht empfohlen.

Deutliche Unterschiede zeigen sich den Technik-Experten zufolge bei den spezifischen Konsolenversionen. Die PS5 Pro biete eine bemerkenswerte Verbesserung und wird als eines der besten Upgrades beschrieben, die man bisher gesehen hat. Die Pro-Version bietet einen dedizierten Performance-Modus, der die höchste visuelle Qualität (wie der 30fps-Modus der Basis-Konsolen) mit stabilen 60fps kombiniert und PSSR nutzt. Darüber hinaus kann auf der PS5 Pro in jedem Modus die Framerate bei Verwendung eines VRR-Bildschirms aufgehoben werden, was die Performance in weniger anspruchsvollen Szenen auf bis zu 120fps steigert.

Die Xbox Series S hingegen liefert ein wesentlich schlechteres Bild. Ihr 60fps-Performance-Modus sieht aufgrund extrem verschwommener Texturen, niedriger nativer 720p-Auflösung und deaktivierter Effekte (wie SSR und Motion Blur) "hässlich" aus und ähnelt optisch einem Spiel der PS3-Ära. Allerdings hält dieser Modus die 60fps sehr stabil und ist spielbar.

Abgesehen von der PS5 Pro ist die PC-Version für Digital Foundry der beste Weg, Ninja Gaiden 4 zu genießen. Der PC-Port zeichnet sich durch eine sehr gute Optimierung, exzellente Frame-Zeiten, schnelle Ladezeiten und das Fehlen von Rucklern aus. Er unterstützt Ultra-Wide-Displays und bietet eine deutlich bessere Bildqualität und höhere Frameraten als jede Konsolenversion. Insgesamt bezeichnen die Technik-Experten Ninja Gaiden 4 als soliden Action-Titel im typischen Stil von PlatinumGames, der seine technische Vision erfolgreich umsetzt und eine hervorragende Performance auf den leistungsstärkeren Systemen bietet.