Netflix-Deal: Warner Bros. Games sind für den Konzern „relativ unbedeutend“
Der 82,7-Milliarden-Dollar-Deal zwischen Netflix und Warner Bros. ist eine der größten geplanten Übernahmen, die Hollywood je gesehen hat. Die Games-Sparte von Warner Bros. ist aber laut Netflix nur ein unbedeutender Randaspekt. In einem Earnings Call machte Co-CEO Gregory Peters deutlich, dass WB Games in der internen Bewertungsmatrix des Streamers praktisch keine Rolle gespielt hat.
„Während sie definitiv großartige Arbeit im Games-Bereich leisten, haben wir dem von Anfang an keinen Wert beigemessen, weil sie im Gesamtbild des Deals relativ unbedeutend sind“, so Peters bei einer Investorenveranstaltung. Man sei zwar „super begeistert“ von Marken wie Hogwarts Legacy, die „sehr gut performt“ hätten, doch das Potenzial von WB Games sei für den Deal nicht relevant.
Das wirkt brutal ehrlich, passt aber zur aktuellen Realität bei Warner Bros. Games. In seinem Q1-Bericht 2025 meldete der Konzern einen Einbruch der Games-Umsätze um 48 Prozent, später im Jahr folgte ein weiterer Rückgang um 23 Prozent – jeweils mit dem Hinweis, dass es keine neuen Releases gegeben habe. Zuvor hatte Warner bereits eingeräumt, dass Suicide Squad: Kill the Justice League hunderte Millionen Dollar Verlust verursacht und die Sparte mit nach unten gezogen hat.
WB Games in der Krise?
Parallel dazu häuften sich schlechte Nachrichten: Die geplante große Erweiterung und Definitive Edition von Hogwarts Legacy wurde laut Bloomberg gestrichen, obwohl das Spiel inzwischen über 34 Millionen Mal verkauft wurde und zu den erfolgreichsten Titeln der Firmengeschichte zählt. Monolith Productions wurde geschlossen, das Wonder Woman-Projekt eingestampft, das Prügelspiel Multiversus abgeschaltet und Rocksteady nach dem Flop von Suicide Squad gleich mehrfach von Entlassungen getroffen – trotz eines neuen Batman-Spiels, das sich in Arbeit befinden soll.
Für die laufende Übernahmeschlacht ist all das offenbar nur Beiwerk. Während Netflix vor allem auf Film- und Serien-Output schaut und Gaming als nettes Extra mit IP-Synergien einsortiert, versucht Paramount mit einem größeren Barangebot den Deal noch zu kippen und bezeichnete das Netflix-Paket öffentlich als „unterlegenes“ Angebot.
Für die Studios unter dem Dach von WB Games ist Peters’ Aussage damit ein ziemlicher Realitätscheck: Selbst ein Megahit wie Hogwarts Legacy reicht nicht, um der Gaming-Sparte im Konzernpoker echte Relevanz zu sichern. Ob ein neuer Eigentümer die Spiele-Strategie erfolgreich neustrukturiert oder WB Games weiter nur als Anhängsel der großen Markenbibliothek behandelt, wird sich zeigen.









