Net.Attack(): Das kleine Einmaleins des Programmierens sorgt dafür, dass ihr hier cleverer sein müsst als in jedem anderen Survivors-Roguelike
Programmieren mal anders: In Net.Attack() schreibt ihr keine Zeile Code und müsst nicht mal verstehen, wie das grundsätzlich funktioniert. Trotzdem bastelt ihr clevere Routinen zusammen, die anrückende Gegner möglichst effektiv ins Reich des Papierkorbs befördern. Das Ganze startet in wenigen Tagen in den Early Access auf Steam und auch wenn diese frühe Version noch nicht ganz da ist, wo sie sein könnte: Das fühlt sich schon jetzt erfreulich gut an.
Der Kniff ist nämlich, dass man im Gegensatz zu Vampire Survivors und seinen vielen Nachahmern nicht nur neue Fähigkeiten freischaltet, während man auf verschiedenen Leiterplatten zahllosen Gegnern ausweicht. Mit dem Geld, das man durch das Zerstören von Chips (die mit den Transistoren, nicht mit Kartoffelstärke) verdient, kauft man vielmehr Teile eines Programmcodes, die man beliebig kombinieren darf.
Der Clou ist also, dass man beim Freischalten von „Fähigkeiten“ nicht der Willkür des Zufalls ausgeliefert ist, sondern seine Attacken selbst kreiert. Und je cleverer man dabei die Programmmodule kombiniert, desto effizienter funktioniert der Code, sprich desto größeren Schaden richtet man mit diversen Geschossen an oder auf desto coolere Art manipuliert man die Gegner.
Immerhin verzögert jedes zusätzliche Modul im Code die Ausführung aller auf demselben Programmpfad liegenden Module – man kann ja beliebig viele Angriffe auf einen Pfad legen. Vielleicht sollte man einige Module daher auf verschiedene Pfade legen. Wobei es sich von selbst versteht, dass die Anzahl der Pfade begrenzt ist, sodass die Anordnung schon deshalb eine entscheidende Rolle spielt.
Net.Attack(): Ab Donnerstag im Early Access 1 of 5 Caption Attribution Wenn man die richtigen Module auf bestimmte Weise kombiniert, kann man die Anzahl der Schüsse vervielfachen.Hinzu kommen Module, welche die Zeitverzögerung verkürzen, und man sollte bedenken, dass manche Aktionen nur nach dem Erfüllen bestimmter Kriterien ausgelöst werden. Mitunter kann man das Ausführen von Befehlen auch vom Alter Ego auf einen der Angreifer übertragen, sodass der zum Beispiel seine eigene Mitstreiter attackiert. Und ich mag ein Modul, was die folgende Aktion gleich mehrfach auslösen lässt.
Die Möglichkeiten beim Kombinieren sowie die Tatsache, dabei im Grunde freie Hand zu haben, gefallen mir wirklich sehr. Falls ihr das kennt: Mich erinnert das Verschieben der Module an die Art, mit der man in Gladiabots Routinen erschafft – auch wenn das Ganze hier weniger komplex ausfällt.
Ich hatte jedenfalls deutlich mehr Spaß als ich Net.Attack() nach einem Blick auf das für meinen Geschmack leider ziemlich uncoole Artdesign zugetraut hätte. Zwar konnte ich mir auf der letztjährigen gamescom schon einen kurzen Eindruck vom Spiel verschaffen, weiß aber erst dem längeren Spielen jetzt, wie motivierend dieses flotte Code-Basteln ist.
Das hat allerdings selbst mit der aktuellen Version länger gedauert als mir lieb war, denn viele Einzelheiten erklärt das Spiel denkbar schlecht. Da viele Begriffe und Zusammenhänge nämlich aus der Welt des Programmierens stammen (das nehme ich zumindest an), musste ich manche Module erst umständlich ausprobieren, um sie so richtig zu verstehen. Und selbst dann ist mir manches im Detail noch immer ein Rätsel. Auch Tutorial und Grundlagenkurs halfen dabei nicht weiter.
Ach, und noch etwas vermisse ich schmerzlich: Man kann doch tatsächlich nicht vollständig per Controller spielen. Zwar darf man die Spielfigur per Analogstick verschieben und einige Teile des Menüs mit Gamepad bedienen. Das gilt aber eben nicht überall und besonders beim Hacken fehlt es mir.
Man kann den Programmcode ja jederzeit verändern – super! Doch selbst wenn es mal wieder heiß her geht und von allen Seiten sowohl Gegner als auch Geschosse ankommen, muss man erst das Gamepad zur Seite legen, um die E-Taste zu suchen, denn nur so gelangt man auf die Oberfläche zum Kaufen und Bearbeiten der Module, was „natürlich“ ebenfalls nur per Maus und Tastatur funktioniert.
Ich hoffe sehr, dass ByteRockers‘ das so schnell wie möglich ändert, denn momentan ist mir ihr cooles Spiel leider eine ganze Ecke zu umständlich. Abgesehen davon solltet ihr Net.Attack() aber im Blick behalten. Eine Demo steht ohnehin bereits zur Verfügung und der Early Access beginnt am Donnerstag. Drei Charaktere wird es dann schon geben sowie tägliche Herausforderungen, was für den Anfang einiges an Abwechslung bedeuten sollte.









