NBA 2K26: Ja, Apple Arcade ist immer noch die beste Art, virtuell Basketball zu spielen
Seit 13 Jahren zieht 2K den Fans von Basketballsimulationen schon mit seiner “Virtual Currency” schamlos das Geld aus der Tasche. Tatsächlich würde die Art, wie “VC” im zentralen Karrieremodus eingesetzt wird, selbst aus einem Free-to-play-Titel noch so gut wie jedes Leben saugen – steht das V am Ende doch für “Vampiric”?
Ich habe die Serie irgendwann schweren Herzens aufgegeben, weil ich es fast unmöglich fand, im prinzipiell unterhaltsamen, wenngleich heillos überkomplizierten MyCareer wirklich etwas zu reißen. Also, ohne richtig Geld zu investieren, um meinen 60-Punkte-Rookie zu einem Avatar zu machen, den ich gerne über den Court steuere. Ich fühlte mich nicht wie ein gedraftetes NBA-Talent, sondern wie der ehemalige Bezirksklasse-Spieler, der ich in Wirklichkeit war: komplett fehl am Platz. Ich habe dieses Gefühl nicht vermisst.
Endlich keine Spaß-Erpressung mehr
Was ich allerdings schon vermisst habe, war eine brauchbare Basketballsimulation in meinem Leben. Nun liegt es mir eigentlich fern, die Apple-Arcade-Version von NBA 2K26 als geheimen Hack zu verkaufen, mit dem man den räuberischen Geschäftspraktiken dieser Reihe ein Schnippchen schlägt. Immerhin ist auch das Spielen dieser iOS-Version Support für diese Marke. Als Zug verbraucherrechtlichen Aktivismus taugt der Genuss dieses Spiels also nicht. Aber weil es auf Apple Arcade weder DLC noch Mikrotransaktionen gibt, ist es ein Workaround, der zumindest dafür sorgt, dass man sich nicht mehr regelmäßig selbst ohrfeigen möchte, Jahr um Jahr gut 100 Euro in das Jahres-Update einer Sport-Sim gesteckt zu haben.
Auf dem kleinen Screen sieht das wirklich fabelhaft aus!Vor allem aber zeigt die “Arcade”-Version von NBA 2K26, wie sehr die Mikrotransaktionen das Hauptspiel kaputtgemacht haben. Auf iOS – ich testete auf einem iPhone 17 Pro Max, das in einem Razer Kishi V3 Pro Ansteck-Controller sitzt – und komme schon zum Start meiner Spielerkarriere und nach ein paar Jahren NBA-2K-Pause direkt wieder auf gute Spielerwertungen, leiste meinen Beitrag zum Erfolg von Partien. Tatsächlich fühlt es sich an, als wäre schon mein Spieler mit dem Starter-Ranking von 60/100 Punkten halbwegs brauchbar und kein ungelenker Fleischsack mit Füßen als Händen. Moment mal, das macht ja wieder Spaß!
Nach ein paar quasi nebenbei abgelatschten Quests auf dem begehbaren Menü zwischen den Matches, drei Liga-Partien mit Rankings von B- bis B+, waren erste Plaketten ausgestattet, die mich echt voranbrachten, und mein Gesamt-Ranking war um satte drei Punkte angewachsen. Bis zur Mitte der Saison legte mein Small Forward konstant zweistellige Punktzahlen für die Knicks aufs Parkett. Kurzum: Es fühlt sich an, wie es sollte, und plötzlich bin ich wieder motiviert, mit Köpfchen an die Entwicklung meines Spielers zu gehen.
Hier steckt genug Leben drin.Mehr als gut genug
Natürlich ist NBA 2K26 auf den großen Konsolen visuell opulenter und auch umfangreicher, es gibt in der Karriere eine Story und seine Abläufe – schätze ich – tiefgreifender durchsimuliert. Aber auf Apple Arcade bekomme ich nicht schon zum Start Fußfesseln angelegt, kann einfach Basketball spielen, ohne durchzurechnen, wie viel Geld ich wohl dieses Jahr zusätzlich investieren muss. Zu der Spieltiefe, die da ist, kann ich schneller vordringen, sie auskosten und an dem Spaß haben, was mir die Entwickler hinstellten.
Optisch bin ich ein Stück weit begeistert, wie das hier auf dem – zugegebenermaßen ziemlich hochmotorisierten – Smartphone aussieht. Die Grafik ist knackscharf, mit Ausnahme der Court-Mitte bei schnellen Transitions schön flüssig und das Parkett realistisch auf Hochglanz poliert. Die Athleten schwitzen angemessen und bewegen sich wunderbar elegant. Im Grunde fallen mir nur die Gesichter als nicht komplett zeitgemäß auf und – wie von der Reihe gewohnt, sieht alles abseits der NBA-Action reichlich billig aus. Aber deshalb sind wir ja nicht hin. Alles in allem ist das eine Qualität, an die ich auf einem Handy noch vor ein paar Jahren nicht zu glauben gewagt hätte.
Fühlt sich gut an. Nicht nur auf dem Court, sondern auch, weil ihr wisst, dass ihr keine Angst um eure Kreditkarte haben müsst...Und ja: Noch letztes Jahr hätte ich nicht gedacht, dass ich in Bälde wieder an der NBA-Nadel hängen würde. Aber man lernt nie aus. Mit einem Controller und einem starken Smartphone ist NBA 2K26 auf Apple Arcade eine echte Alternative zur Gängelung mit Mikrotransaktionen, die ihr auf PS5, Xbox und PC über euch ergehen lassen müsst. Ich war DLC und Mikrotransaktionen nie grundsätzlich abgeneigt, aber Apples Abo-Spielhalle zeigt hier mal wieder, dass es im Zweifelsfall ohne deutlich schöner ist.









