NVIDIA GeForce RTX 5060 im Laptop getestet - Mobil und ganz viel Spaß dabei
Ich mag keine großen Spiele-Laptops. So schwer, dass es die Mobilität mehr theoretisch wirken lässt, selbst wenn man ihn nur tragen und nicht nutzen will, und laut. Selbst gute Kühlkonzepte können nur so viel leisten, wenn es darum geht, einen i9 und eine 5090 Mobile auf Temperatur zu halten, während sie zugegebenermaßen sehr beeindruckende 100+ echte Frames in Cyberpunk liefern. Ich mag es aber, wenn mein Laptop prinzipiell Spiele handhaben kann, wenngleich sie nicht ganz so beeindruckend laufen, wie es bei den großen Set-ups der Fall wäre. So etwas wie ein unter zwei Kilo schwerer, schick handlicher 16:10-Laptop, mit dem ich richtig gut arbeiten kann, den man dann auch nicht hört. Aber der auch nicht zusammenbricht, wenn ich mal Anno 117 starten will. So einen Laptop, wie Nvidia ihn mir zur Verfügung stellte, damit ich mir doch wenigstens mal angucke, wie sich die kleine 5060 schlägt, wenn ich die großen Rechenmonster schon nicht auf dem Tisch haben will. Also steht jetzt hier ein Lenovo Yoga Pro 9 16IAH10, den wahrscheinlich niemand einen Spiele-Laptop nennen würde, aber er hat eine RTX 5060 Mobile drin. Mal gucken, wie sich der Stealth-Gaming-Laptop schlägt und ob er überhaupt etwas mit ernsthaftem Gaming am Hut hat.
Die natives Auflösung dieses Laptops kann man nur mit alten Spielen auskosten, wenn überhaupt. Aber zum Glück weiß Clair Obscur ja auch in 1080p die Emotionen in Wallungen zu bringen. (NVIDIA GeForce RTX 5060 Laptop)Zu diesem Zweck schließe ich das Gerät an einen externen Monitor an, denn seien wir realistisch. Da kann der Akku noch so effektiv genutzt werden: Mehr als eine Stunde echtes Gaming schafft kaum ein Laptop und sicher nicht einer, der nicht ein Extra-Kilo für einen Riesenakku investiert. Der Lenovo hält dabei sogar relativ lange durch, eine knappe Stunde Returnal war drin, bevor er aufgab. Aber es gibt dann Einschränkungen, die Performance geht deutlich runter und wer wirklich zocken will, braucht eine Steckdose. Auch ist die native Auflösung dieses Laptop-Screens von 2880x1800 zwar im Desktop-Betrieb absurd gestochen scharf, aber für Gaming eine noch mal deutlich größere Herausforderung als WQHD. Also schließe ich den Lenovo an einen externen WQHD-Monitor an. Als Prozessor gibt es einen Intel Core Ultra 7 255H. Nicht die absolute Speerspitze mobiler Rechenleistung, aber schon ordentlich Power. 32GB LPDDR5X-RAM, eine halbwegs fixe SSD-Platte, das ist ein richtig guter Desktop-Laptop und ein guter Freund der Adobe-Suite ist. Aber jetzt geht es zu den Games und wie sie so laufen.
Cyberpunk 2077
Nicht das neueste Spiel, schließlich läuft es sogar sehr passabel auf einer Switch 2, ist aber immer noch extrem anspruchsvoll, wenn man ein paar mehr Details sehen möchte. Das merkt auch der Laptop, denn wenn ich WQHD haben möchte, das auch mit stabileren 60 Frames läuft, dann muss ich auf einiges an Details verzichten. Selbst mit DLSS und 2X-Framegeneration, wenn ich mittleres Raytracing, HDR, hohe Dichte an Bewohnern und viele optische Details haben will, dann nein, eher nicht. Die Framegeneration bringt das Ganze zwar von fast unspielbaren 15 Frames auf unattraktive knappe 30, aber nicht ideal wäre noch zu nett. Wenn ich mich ein wenig einschränke, dann sind es immerhin um die 40, das ist schon gut spielbar. Aber erst auf 1080p zu gehen, macht hier den Unterschied. Jetzt bin ich schnell bei 80 und 90 Frames, kann wieder das Raytracing und alle anderen Details hochschalten und bekomme immer noch meine festen 60 hin.
Reflexionen müssen sein! Ein wenig Raytracing noch bitte, dann gebe ich mich auch mit 1080p zufrieden. (NVIDIA GeForce RTX 5060 Laptop)Doom The Dark Ages
Hier war ich gespannt, ein zwar technisch schon anspruchsvollerer, schneller und aktueller Shooter. Hier müssen die Framezahlen hoch und fest sein, über 60 die absolute Norm und nicht die Ausnahme. Ich startete mit 1080p und das zahlte sich aus. Selbst Albtraum-Detailgrad gab mir DLSS-Qualität plus 4x Framegeneration stabile und erstaunlich gut spielbare 144 Frames, der Cap meines Monitors. Mit 2x Framegeneration waren es immer noch 90-120. Selbst ohne das Feature kam ich problemlos auf 50-60, wenn auch mit gelegentlichen Abstürzen runter auf 35. Die Framegeneration plus Reflex - letzteres nie ausschalten, wenn ersteres läuft –, war hier wirklich das, was das Spielerlebnis von gut spielbar auf superflüssig brachte. Was aber gar nicht ging: Pathtracing. Diese Luxusversion von Raytracing killt die Performance komplett und senkt alles auf unspielbare 10-20 Frames. Da ist auch die Framegeneration egal. Hier merkt man die Limitationen der Hardware ganz drastisch und solche Dinge bleiben den echten und größeren Karten vorbehalten. In diesem Punkt hängt auch eine fünf Jahre alte 3080 den Laptop ab – nicht so erstaunlich, bedenkt man, dass diese Karte allein mehr Strom zieht als der ganze Laptop mit allem Drum und Dran. Aber verzichtet man auf Pathtracing, dann läuft Doom The Dark Ages fantastisch.
Doom war ein wenig feinfühlig, wenn Pathtracing dazukommt. Aber ohne das spielt es sich super, selbst wenn die fast-8-GB RAM des Chips hier fast schon zu wenig sind. (NVIDIA GeForce RTX 5060 Laptop)GTA V
Das Spiel ist natürlich deutlich älter, 12 Jahre mittlerweile, insoweit ist es nicht verwunderlich, dass es läuft. Aber GTA V wurde auch wie kaum ein anderes Spiel auf Stand und Technik gehalten, im Rahmen der Möglichkeiten der Engine zumindest. Die Fahrt durch die Welt von Los Santos hat nicht viel von ihrem Reiz verloren, und wenn ihr auch schon lange keine Runde mehr gedreht habt, nun, es macht immer noch erstaunlich viel Laune. 100-120 Frame in WQHD mit hohen Raytracing-Einstellungen zeigen nicht die neuesten Effekte, aber eine flüssige Spielwelt. Läuft. Immer noch. Immer wieder. Mal gucken, ob es dieses Jahr wirklich das letzte Mal in Los Santos schneite.
Natürlich läuft GTA V Enhanced gut. Auch mit Raytracing. Viel erstaunlicher ist, wie viel Spaß das Spiel nach über einem Jahrzehnt immer noch macht. Und wie viel des Humors mittlerweile von der Realität überholt wurde. (NVIDIA GeForce RTX 5060 Laptop)Returnal
Sonys eigenwillige Interpretation von viel Rogue und ein wenig Souls läuft sehr viel besser als gedacht. Ich bekomme direkt die epischen Settings vorgeschlagen, aber mit ausgeschaltetem Raytracing. So läuft es in WQHD mit stolzen 65-75 Frames und ist ausgezeichnet spielbar. Dann wollte ich aber doch die schönen Lichteffekte haben, und das senkte dann das Ganze auf sehr unzuverlässige 35 Frames mit kurzen Aussetzern. Aber, Framegeneration zur Rettung, mit der hatte ich dann wieder 55 bis 60 Frames und Raytracing zumindest auf Minimum. Am besten fand ich dann 1080p mit besserem Raytracing und immer noch epischem Gesamtlook, was mich dann wieder zurück zu meinen knapp 60 Frames brachte. Da Returnal ein nicht ganz so schnelles Spiel wie Doom ist - immer noch schnell genug! -, aber mit coolem Raytracing viel stimmiger als ohne, war das dann für weitere zwei Stunden meine Ablenkung vom nächsten Spiel.
Returnal habe ich unterschätzt: Coole Story, tolle Atmosphäre, starke Action. (NVIDIA GeForce RTX 5060 Laptop)Forza Horizon 5
Erst wollte ich ja Burnout Paradise nehmen, weil ich keine Lust hatte, die 150 Gig für Forza runterzuladen, aber nach ein paar Minuten mit Burnout wurden mir zwei Dinge klar: Das Ding macht immer noch richtig viel Spaß und als Technik-Test eignet sich die in die Jahre gekommene Grafik wohl doch nicht mehr. Trotzdem: Burnout Paradise Remaster, große Empfehlung. Die hat Forza Horizon 5 ohnehin und das gibt mir auch mehr Regler zum Herumspielen an der Grafik. Oder ich nehme einfach den Benchmark und schaue mal, was der so sagt. Der sagt, dass die fast höchsten Einstellungen in WQHD völlig okay sind, wenn ich mich mit 60 Frames begnüge. Das tue ich, und so kann ich dann wunderbar im besten Open-World-Arcade-Racer herumcruisen, ein Genre, das sehr viel älter ist als man meinen sollte. Wobei ich ziemlich sicher bin, dass ein einziges Rad eines der Forza-Autos mehr Polygone hat als Test Drive 3 damals insgesamt. Mal gucken, ob Forza Horizon 6 dann auch noch so gut läuft, aber den 5er mag der Laptop gerne.
Forza Horizon 5 ist aktuell der beste Aracde-Racer. Zumindest bis Teil 6 endlich da ist. (NVIDIA GeForce RTX 5060 Laptop)Clair Obscur
Zum Schluss ein hochgelobter Kandidat, schließlich muss DAS Spiel des letzten Jahres ja auch laufen. Tut es, und das auch relativ problemlos. Zumindest, wenn ihr die Skalierung der 4K auf Qualität setzt, dann läuft Clair auch ohne Framegeneration mit stabilen 30 Frames. Mit sind es dann 50. 60 wären mir lieber gewesen, aber da muss ich dann die epischen Einstellungen verlassen und mich mit Mittel bis Hoch begnügen. Das plus automatisch Framegenerierung und ich habe meine 60-70. Wobei dieses Spiel sich auch mit 50 perfekt spielen lässt, es ist ja nun nicht gerade Sekiro, was hier passiert. Die Timings im Kampf sind nicht unwichtig, aber die Fenster sind groß genug, um auch mit 40-50 Frames sicher zu treffen.
Das Spiel des Jahres 25 ist anspruchsvoller als gedacht, läuft aber auch immer noch gut. (NVIDIA GeForce RTX 5060 Laptop)Der Lenovo Yoga Pro 9 16IAH10 und seine Alternativen
Der Laptop, der für diesen Test zur Verfügung gestellt wurde, ist nicht preiswert - aber das ist der Zielsetzung geschuldet. Ich wollte sehen, ob ein leistungsfähiges Arbeitsgerät, das ich bequem im Rucksack trage, auch modernes Gaming als Bonus kann. Der Lenovo ist ein schickes Designer-Gerät mit einem fantastischen Screen und auch sonst recht üppiger Ausstattung. Er wird nicht besonders warm dank seiner guten Kühlung, die selbst unter Last nie so laut wird, dass es wirklich stört. Nicht im Desktop-Betrieb, aber auch nicht so sehr beim Spielen. Da sind etwa die großen Razer Blade eine ganze andere Wall of Windgeräusche.
Nicht so schick oder leicht wie der Lenovo, hat auch nur 16GB, aber mit um die 1100 Euro kostet als Beispiel der MSI Cyborg 17 auch nur die Hälfte.Wenn ihr aber nicht knapp über 2000 Euro für eine Luxus-Workstation mit Gaming-Features ausgeben möchtet, dann geht das auch für die Hälfte des Geldes. MSI, Acer, Gigabyte oder HP verkaufen euch Geräte mit 5060- und 5070-Chips zwischen 1000 und 1200 Euro, die dann weniger coole Displays haben, die Tasten sind nicht ganz so haptisch elegant und vor allem haben sie nur 16GB Speicher drin, aktuell ja eh der größte Kostentreiber. Ihr solltet in diesen Fällen darauf achten, dass Erweiterungen möglich ist, aber ansonsten werden die nicht schlechter die Spiele laufen lassen als es der Lenovo tut.
Laptop und RTX 5060: Eine valide Gaming-Lösung - unter Umständen
Ich war überrascht. Nicht, dass ich generell auf diesem Gerät spielen kann, es wäre sehr traurig gewesen, wenn das nicht der Fall gewesen wäre. Aber wie gut dann doch aktuelle und teilweise sehr anspruchsvolle Spiele laufen, auf hohen Einstellungen und auch mit einigen Extras, das war schon schick. Sicher, 1080p ist ideal für sehr hohe Frame-Raten und bei WQHD müssen Abstriche gemacht werden. Während Raytracing meist noch geht, ist bei Pathtracing Schluss. Aber wenn man sich daran hält, sind die 60 oder teilweise auch sehr viel mehr Frames schon die Norm.
Daran haben GPU-Features wie DLSS 4, Framegeneration und Reflex ihren Anteil. Vor allem die Framegeneration, auch die neueren 3x- und 4x-Modi, wirken hier Wunder und wenn man das nicht haben will, warum auch immer, dann haben CPU und GPU deutlich mehr zu kämpfen. Aber ehrlich gesagt, nachdem ich jetzt ein paar Dutzend Stunden mit der Kombi aus Framegeneration und Reflex spielte, wüsste ich nicht, warum man das nicht tun sollte. Der Lag ist so minimal, dass ich ihn praktisch nicht bemerkte. Das lag sicher auch an den Spielen. Bei Rollenspielen und „langsameren“ Solo-Shootern wie Returnal oder Doom fällt es nicht so ins Gewicht, wie es das in hochkompetitiven Multiplaymatches der Fall sein würde. Und ja, Doom mit Pathtracing und allen Extras auf einer echten Grafikkarte statt in einem Laptop ist noch mal deutlich schicker.
Ist das so gedacht? Nun, zum Spielen schon. Netzteil ist eh Pflicht, da kann man ja auch gleich einen großen Monitor anschließen. Ich spiele weniger direkt unterwegs, aber muss oft mein Arbeitsgerät mitnehmen. Dafür ist diese Lösung auf jeden Fall praktischer als ein Desktop-PC.Es zeigt sich auch, dass Hardware-Upgrades halt immer das leidige Problem der Laptops waren und immer sein werden. Der 5060-Chip bekam knappe 8 Gigabyte immerhin dedizierten und schnellen Speicher zugewiesen. Auch wenn Karten heute eher etwas speichersparender arbeiten, ist das nicht üppig. Doom, Cyberpunk und Forza beschwerten sich alle, dass die gewählten Einstellungen zwar laufen werden, aber dass es eigentlich ein klein wenig zu wenig ist. 8GB sind Standard für die etwa 300-350 Euro teure reguläre RTX 5060 und wie gesagt, aktuell kommt man damit scheinbar noch ganz gut hin. Aber wenn es dann doch mal zu wenig ist, nun, eine 300-Euro Karte im Rechner tauscht sich schneller als ein 1200-2000 Euro teurer Laptop. Die alte Krux der Gaming-Laptops, sie wird uns immer erhalten bleiben.
Und trotzdem: In diesem Paket hier habe ich meinen richtig schicken und vor allem portablen Arbeits-Allrounder, der aber nicht auf aktuelle Games verzichten muss. Die 5060 ist dafür auf jeden Fall eine ordentliche Wahl und demonstriert das mit ihren Gaming-Fertigkeiten, aber ehrlich gesagt: Wenn ihr den Laptop kauft, dann schaut nach den 5070-Modellen. Der Leistungssprung des etwas größeren Chips ist nicht weltbewegend, aber durchaus vorhanden. Was nicht vorhanden ist, ist ein Aufpreis, denn die 5070- und 5060-Modelle vieler Laptops, die ich mir anschaute, waren praktisch identisch oder zumindest nah dran.
Nun, so oder so, beide Chips können das, was sie versprechen: einen kleinen, leichten Laptop in eine ganz ordentliche Gaming-Maschine verwandeln. Ich würde diesen Laptop nicht als primäres Gaming-Hauptquartier empfehlen, da ist der stationäre PC halt doch unschlagbar und die Konsole unschlagbar praktisch und günstig. Aber wenn ich einen Laptop kaufe, dann würde ich darauf achten, dass ein solcher Chip drin ist und dem Arbeitsgerät beim Gaming Beine macht. Das funktioniert nämlich hervorragend.









