Ex-Blizzard-Chef Mike Ybarra zum Disc-Ende: “Der Kauftrend ist eindeutig”
Sony hatte Anfang Juli das Ende der physischen Disc-Produktion für 2028 angekündigt. Von da an wird es nur noch digitale Spiele für die PlayStation geben und auch Xbox scheint einem ähnlichen Trend zu folgen. Während sich sowohl in der Branche selbst als auch in der Fangemeinde Widerstand regt, sprechen die Zahlen wohl eine andere Sprache. Auf den jüngsten Finanzbericht hat nun auch der ehemalige Blizzard-Chef Mike Ybarra reagiert und deutlich gesagt, dass er zwar auf die Erhaltung physischer Medien hofft, doch der Kauftrend dagegen spricht.
Sonys Vorstoß in eine rein digitale PlayStation-Zukunft
Sonys Ankündigung für das Ende der physischen Spiele auf der PlayStation hat für ordentlich Tumult gesorgt. Während Spieler auf jeder möglichen Plattform ihren Unmut ausdrücken, wird in Mexiko sogar eine Kartellklage vorbereitet. Das große Problem ist dabei, dass Sony nur den hauseigenen PS-Store hat und Konkurrenz ausgeschlossen wird. Das würde Sony große Macht über die Preisgestaltung geben und bereits jetzt gibt es immer wieder Vorwürfe, dass Sony mit dynamischer Preisgestaltung experimentiert.
Auf der anderen Seite stützt sich das japanische Unternehmen verstärkt auf die Verkaufszahlen und auch der neueste Finanzbericht zeigt, dass 82 Prozent der Videospielverkäufe inzwischen digital sind.
Mike Ybarra, der lange Zeit Chef von Blizzard war, schreibt dazu in den Sozialen Medien: “82 % der gekauften Spiele sind digital? Wow, das ist eine sehr hohe Zahl. Ich erinnere mich noch daran, als ich in der Branche tätig war. Wir hatten damals die 50-Prozent-Marke überschritten, was ein riesiger Meilenstein war.”
Verbraucherschutz und Lizenzen bei digitalen Videospielen
“Ich wünschte, physische Medien würden uns erhalten bleiben”, führt er weiter aus, “aber der Kauftrend bei den Verbrauchern ist eindeutig. Ich hoffe wirklich, dass wir bald ein digitales Versprechen von Vertrauen, Transparenz und Klarheit erleben werden (und zwar bei allen Medien!).”
Damit spricht er ein Thema an, das viele stört, denn neben der Macht, die Sony so erhalten würde, sind digitale Spiele nicht mehr als Lizenzen, die theoretisch jederzeit widerrufen werden könnten. Sollte das Spiel, warum auch immer, aus dem PS-Store entfernt werden, haben auch wir Spieler keinen Zugriff mehr. Entsprechend müssen digitale Besitzrechte neu verhandelt werden, um die Verbraucher vor Willkür zu schützen.
Auch, dass in all dem Trubel das PlayStation-Network letzte Woche länger ausfiel, untergräbt Sonys Strategie, denn dieser Ausfall zeigt wieder, wie fragil eine rein digitale Konsole ist. Ohne Network können wir nicht spielen und selbst einige physische Medien benötigen permanenten Online-Zugang. Es gibt also noch viele Baustellen, an denen Sony werkeln muss, bevor eine wirklich digitale Zukunft funktionieren kann.









