Beim Entwicklerstudio Bungie herrschen weiter unruhige Zeiten. Nun hat Joseph Ziegler, der Game Director von Marathon, seinen Posten bei Bungie geräumt und zieht weiter.

Sein Weggang kommt scheinbar völlig überraschend, denn vorab gab es dazu keinerlei Informationen oder Gerüchte. Bestätigt hat Ziegler die Neuigkeiten selbst in einem Social-Media-Beitrag.

Wechsel in der Projektleitung und Zieglers Abschiedsworte an die Community

Darin erklärt er, dass er das Zepter in die "äußerst fähigen und großartigen Hände von Del Chafe III" übergibt. Dieser soll das Spiel künftig gemeinsam mit Creative Director Julia Nardin vorantreiben.

"Ich bin unglaublich stolz auf die beiden", schreibt Ziegler. "Ich kann es kaum erwarten zu sehen, wie sie die Zukunft dieser verrückten kleinen Welt gestalten, die wir gemeinsam aus dem Boden gestampft haben. Für mich geht es jetzt zu neuen Ufern. Ich widme mich woanders einem brandneuen Projekt und verrate euch bald, wohin die Reise geht und was genau ich dort mache."

"Ich möchte mich aus tiefstem Herzen bei euch allen bedanken. Danke, dass ihr mich und Marathon auf unserer wilden Reise unterstützt habt! Unser Ziel war es immer, euch ein düsteres, furchteinflößendes Space-Survival-Erlebnis auf die Bildschirme zu zaubern. Diese Mission geht nun auf neuen und überraschenden Wegen weiter. Bleibt also unbedingt dran und seid gespannt, was das Team noch alles für euch in petto hat!"

"Es war mir ein absolutes Fest zu sehen, welche Geschichten ihr im Spiel geschrieben habt. Und natürlich auch, welch kreative Wege ihr gefunden habt, um Roboter – und euch gegenseitig – um die Ecke zu bringen. Ich hoffe sehr, dass ihr mich auch auf meinen kommenden Abenteuern begleiten werdet."

Wer ist Joseph Ziegler?

Der Abgang von Ziegler wiegt für Bungie besonders schwer: Bevor er 2022 als Game Director für Marathon angeheuert wurde, arbeitete er 12 Jahre bei Riot Games. Dort war er maßgeblich für den globalen Mega-Erfolg des Taktik-Shooters Valorant verantwortlich und galt als absoluter Genre-Experte.

Wirtschaftliche Herausforderungen bei Bungie und aktuelle Spielerzahlen von Marathon

Bungie steckt derzeit in einer schwierigen Phase, nachdem der Support von Destiny 2 eingestellt wurde und knapp 300 Beschäftigte entlassen wurden.

An Marathon hält das Studio unterdessen weiterhin fest, wenngleich es nicht der beliebte Titel ist, den man sich gewünscht hat. Auf dem PC – der erfolgreichsten Plattform – erreichten die Zahlen in den vergangenen Wochen gerade einmal einen Peak von rund 6.000 gleichzeitigen Spielern.

Die brisante Rolle von Sony

Dass Bungie ins Straucheln gerät, ist für Sony ein massives Problem. Der PlayStation-Konzern kaufte das Studio 2022 für 3,6 Milliarden US-Dollar, primär um von deren Live-Service-Expertise zu profitieren. Mit dem Ende von Destiny 2 lag die ganze Hoffnung der Strategie nun eigentlich auf Marathon.